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Münsterplatz: Innenstadtausschuss billigt Umgestaltungskompromiss

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Von: Olaf Weiss

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Kompromissentwurf für die Münsterplatz-Umgestaltung: Nicht mehr alle Baumscheiben sollen Staudenbeete erhalten.
Kompromissentwurf für die Münsterplatz-Umgestaltung: Nicht mehr alle Baumscheiben sollen Staudenbeete erhalten. © Grafik: TGP

Die Umgestaltung des Münsterplatzes entsprechend dem Entwurf des Landschaftsarchitekten Trüper, Gondesen und Partner“ (TGP) aus Lübeck rückt wieder näher.

Northeim – Der Innenstadtausschuss des Stadtrates empfahl dem Rat in seiner Sitzung am Montagabend mehrheitlich bei drei Enthaltungen einen Kompromissvorschlag der Planer zur Umsetzung.

Nur FDP-Ratsherr Eckhard Ilsemann stimmte dagegen. Er bevorzugt den Ursprungsentwurf der Planer, der noch ohne Pflanzinseln unter den Bäumen auskam. Der Stadtrat will über den Münsterplatz in seiner Sitzung am Donnerstag, 22. Dezember abschließend entscheiden.

Der Kompromissvorschlag, den Landschaftsarchitekt Tonio Trüper von TGP im Ausschuss vorstellte, sieht vor, dass ein Staudenbeet weniger entstehen soll, sodass es nun unter zwei Baumgruppen nur eine sogenannte wassergebundene Decke geben soll. Die bisher unter einer Baumgruppe geplanten Spielgeräte sollen nun auf diese zwei Baumgruppen verteilt werden. Dadurch werde im Vergleich zu dem Entwurf, den TGP im Oktober vorgestellt hatte, auch die für Veranstaltungen nutzbare Fläche wieder etwas größer, ist aber immer noch kleiner als im Ursprungsentwurf ohne die Pflanzinseln.

Der Northeimer Münsterplatz: Dort soll der Rasen weichen.
Der Rasen soll weichen: Der Münsterplatz soll umgestaltet werden. © OlafWeiss

Während Alexandra Sieder (CDU) und Marcus Krohn (Grüne) den Kompromissentwurf lobten, stieß er bei Ilsemann auf deutliche Kritik. Er erinnerte daran, dass der Ursprungsgedanke, der auch dem Planungswettbewerb zur Umgestaltung zugrunde gelegen habe, gewesen sei, den Platz zu befestigen, damit dort zur Belebung der Innenstadt mehr Veranstaltungen stattfinden können.

Eckhard Ilsemann, FDP-Ratsmitglied
Eckhard Ilsemann (FDP) © Hubert Jelinek

Noch in einem interfraktionellen Gespräch, dass es vor einigen Wochen zur Zukunft des Münsterplatzes gegeben habe, sei man sich einig darüber gewesen, dass die Klimaschutzmaßnahmen zum Münsterplatz anderorts verwirklicht werden sollen. Nun haben die Planer aber doch an den Pflanzinseln auf dem Platz festgehalten. Der Pflegeaufwand für die Staudenbeete sei zu groß, kritisierte er weiter. Es bestehe auch die Gefahr, dass sie vor allem als Hundeklos dienen werden.

Salzverbot für den Münsterplatz

In Fragen und Antworten eine Reihe weiterer Aspekte der geplanten Umgestaltung:

Wie teuer soll die Umgestaltung des Münsterplatzes werden?

Die Gesamtkosten sind einschließlich der Straße Am Münster bis Einmündung Kurze Straße auf 7,42 Millionen Euro kalkuliert. Das sind rund 400 000 Euro mehr als bei dem im Oktober vorgestellten Entwurf. Hinzugekommen ist nämlich das sogenannte Regenwassermanagement: Das im Straßenbereich am Münsterplatz und auf dem gepflasterten Bereich des Platzes anfallende Regenwasser soll nicht einfach in den Kanal geleitet werden, sondern in unter den Pflanzinseln eingesetzte Behälter fließen und von dort der Bewässerung der Bäume dienen.

Ist diese Summe das letzte Wort?

Die Planer von TGP hoffen ja. Sie haben die bis zur angestrebten Auftragsvergabe (spätestens Juni 2023) zu erwartende Baukostensteigerung eingerechnet. Sie schlagen eine Vergabe zu einem Festpreis vor, um das Risiko weiterer Kostensteigerungen auf den beauftragten Generalunternehmer zu verlagern.

Eckhard Ilsemann (FDP) hält das für unrealistisch. Er rechnet mit gerechtfertigten Nachforderungen des Unternehmens – also mit weiteren Kostensteigerungen.

Wie hoch ist der städtische Eigenanteil?

Das lässt sich nach wie vor nicht genau beziffern, da im Vorhinein nicht bekannt ist, welche Förderquote das Land am Ende für den Münsterplatz gewährt. Für die bisher bewilligten Städtebaufördermittel gab es eine durchschnittliche Förderquote von 80,9 Prozent. Sie könnte zukünftig aber geringer ausfallen.

Auf Basis einer 80,9-prozentigen Förderung müsste die Stadt selbst rund eine Million Euro für die Umgestaltung des Münsterplatzes aufwenden. Sollten neben den bereits 5,2 Millionen Euro bewilligten Fördermitteln kein weiteres Geld aus Hannover fließen, ist der städtische Eigenanteil im Rathaus auf 2,2 Millionen Euro kalkuliert worden.

Ist irgendeine Kostenbremse vorgesehen?

Auf Antrag von Berthold Ernst (SPD), sprach sich der Innenstadtausschuss am Montagabend dafür aus, den Kostenanteil für die Stadt auf maximal 2,4 Millionen Euro zu begrenzen. Auch darin ist also ein Puffer für Kostensteigerungen enthalten.

Gibt es sonst noch Kritik an den Umgestaltungsplänen?

Das Regenwassermanagement wirft Fragen auf. Wird es umgesetzt, dürfte im Bereich des Platzes und auf der Straße am Münster in Höhe des Platzes im Winter nicht mit Salz gestreut werden, weil das im Winter dann stark salzhaltige Wasser, das den Bäumen direkt zugeleitet werden soll, für diese tödlich wäre. Offen blieb am Montagabend auch, wie groß der Pflegeaufwand für die Leitungen und die Wasserbehälter unter den Pflanzinseln ist.

Wie sieht der Zeitplan für die Umgestaltung aus?

Die Kanalbauarbeiten des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung (EBA) und die Erneuerung der Versorgungsleitungen durch die Stadtwerke Northeim (SWN) sollen im Juli kommenden Jahres beginnen und im März 2024 (EBA) beziehungsweise Juni 2024 (SWN) abgeschlossen sein. Die Platzumgestaltung soll im September 2023 beginnen und bis Oktober 2025 abgeschlossen sein.

Wie teuer sind die Kanalbauarbeiten sowie die Erneuerung der Versorgungsleitungen und wer bezahlt sie?

Die Kanalbauarbeiten im Bereich Münsterplatz und Straße Am Münster sind (einschließlich zu erwartender Preissteigerungen) auf 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Den Löwenanteil bezahlt der EBA aus dem Abwassergebührenaufkommen. Allerdings entfallen 500 000 Euro auch dabei auf die Stadt. 250 000 Euro davon können aus Städtebaufördergeld beglichen werden.

Die Erneuerung der Gas-,Wasser- und Stromleitungen sowie der Hausanschlüsse sind (einschließlich zu erwartender Preissteigerungen) auf 500 000 Euro geschätzt, die allein die Stadtwerke Northeim zahlen.

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