Testphase startet im Spätherbst

Teilöffnung der Fußgängerzone: Auto-Test jetzt über zwölf Monate

Vorgeschmack auf die Öffnung: An Markttagen kann man schon einmal sehen, wie die Kurzzeitparkplätze (30 Minuten) entlang der Bus-Fahrbahn am Marktplatz angeordnet sein könnten. Der Verkehr soll hier in Einbahnrichtung von unten kommend fließen. Foto: Gödecke.

Northeim. Die Testphase zur Teilöffnung der Northeimer Fußgängerzone für Autos soll um sechs Monate auf ein Jahr verlängert werden.

Das hat der Verwaltungsausschuss empfohlen. Der Stadtrat wird darüber in seiner Sitzung am Freitag (18 Uhr, Stadthalle) endgültig beschließen.

Die Ausdehnung des Testbetriebs werde als notwendig empfunden, weil ein halbes Jahr nicht ausreichend sei, um Auswirkungen der Öffnung zu testen, hieß es dazu im Verkehrsausschuss des Rates, der Dienstagabend tagte. Der Großteil der ursprünglich auf sechs Monate angelegten Probephase falle auch in das Winterhalbjahr, so dass beispielsweise Auswirkungen auf die Außengastronomie gar nicht getestet werden könnten.

Laut Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser werde der Startschuss für die Testphase nach dem heutigen Ratsbeschluss erst im Spätherbst fallen können. Grund: Zuvor müsse die Fußgängerzone wieder für den Verkehr gewidmet werden und dazu müssten öffentliche Anhörungsfristen eingehalten werden.

Der Ratsbeschluss zur Probephase beinhaltet auch die Aufhebung des Bürgerentscheids aus dem Jahre 2002, in dem sich die Northeimer mehrheitlich gegen die Wiederöffnung der Fußgängerzone ausgesprochen hatten.

Kritik gab es im Verkehrsausschuss an der vorgesehenen Ausweisung von Parkflächen entlang der Fahrbahn auf der Ostseite des Marktplatzes. Zum einen könne dann das Restaurant El Solin dort keine Außengastronomie mehr betreibe, zum anderen könne es an der Stelle eng werden, da aus Richtung Wieterstraße, also von oben kommend, Stadtbusse zum Haltepunkt Markt fahren und es somit Gegenverkehr gibt. Geplant ist bei der Testphase ein Einbahnverkehr für Autos am Markt vorbei, und zwar von der Mühlenstraße kommend in Richtung Breite Straße Ost.

Problem mit Parken am Markt

Bürgermeister Tannhäuser versprach, die für die Testphase geplante Parkplatzsituation am Markt noch einmal zu überprüfen und dabei auch auch das Stadtbusunternehmen einzubeziehen. Denkbar sei auch eine Verlegung der Parkflächen hin in Richtung Alte Wache auf dem Markt.

Tannhäuser: Mut haben

Zudem verteidigte Tannhäuser die Fußgängerzonenöffnung gegenüber Kritik aus der Bürgerschaft. „Die Einführung Mitte der 1980er-Jahre war sicher eine richtige Entscheidung, aber vor dem Hintergrund der Leerstände, des Umsatzrückgangs und des Abwanderns von Geschäften an den Stadtrand sollten wir den Mut haben, etwas auszuprobieren.“

Der Verkehrsausschuss stimmte mit großer Mehrheit dafür. Nur Burkhard Ernst (FDP) war dagegen. „Das ist ein verlorenes Jahr“, sagte er zur Begründung.

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