Täter brauchen höchstens fünf Minuten

Autodiebstahl: Profibanden aus Osteuropa entlang der A7 aktiv

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Langfinger am Werk: Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet.

Northeim/Göttingen. Der Autoklau hat in Südniedersachsen Hochkonjunktur. Die Tatorte liegen fast immer entlang der Autobahn 7.

Es ist oft nur ein kurzer Moment, dann ist das Auto weg: Hochprofessionelle Täterbanden aus Osteuropa treiben aktuell in der Region ihr Unwesen. Abgesehen haben es die Autoknacker vor allem auf deutsche Fabrikate wie Audi, VW und BMW.

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Allein in dieser Woche wurden im Bereich der Polizeiinspektion Northeim-Osterode zwei Audi Avant gestohlen. Seit Jahresbeginn hat die Polizei laut Pressesprecher Uwe Falkenhain zehn geklaute Audi A4 Avant, zwei VW Touran, zwei Suzuki-Geländewagen und einen Ford auf der Liste, die den osteuropäischen Tätergruppen zuzuordnen ist. Der Wert der Fahrzeuge: fast 200.000 Euro.

Dass hier Profis am Werk sind, zeigt die Tatsache, so Falkenhain, dass ein solcher Diebstahl laut Falkenhain höchstens fünf Minuten dauert und fast lautlos ist: „Einmal wurde ein Auto gestohlen, das direkt unter dem geöffneten Schlafzimmerfenster des Eigentümers stand. Der hat nichts davon mitbekommen.“

Die Tatorte liegen im Bereich Northeim fast immer entlang der Autobahn 7, so sind die Diebe mit ihrer Beute schnell über alle Berge. Ausgestattet sind die Autoknacker mit hochwertiger Technik und einer speziellen Software, mit der sie die Wegfahrsperren der Autos außer Kraft setzen, weiß die Polizei. Dass überwiegend deutsche Fabrikate gestohlen werden, liegt laut Falkenhain daran, dass sie einen hohen Wiederverkaufswert haben und in Polen und Litauen sehr recht beliebt sind.

Nur ganz selten tauchen geklaute Autos übrigens wieder auf: Das Problem ist, dass der Diebstahl oft erst Stunden nach der Tat bemerkt und bei der Polizei gemeldet wird. Falkenhain: „Da haben die Täter ein paar Stunden Vorsprung. Wenn wir von dem Diebstahl erfahren, sind die Autos schon in Polen oder Litauen, wo sie in einer Werkstatt für den Weiterverkauf aufgearbeitet werden.“

Ähnlich wie im Bereich Northeim sieht es auch in Göttingen aus. Laut Polizeisprecherin Jasmin Kaatz wurden dort im vorigen Jahr 44 Autos gestohlen, die in das Muster „Osteuropäische Banden“ passen.

Auch hier handelte es sich ausschließlich um die Fabrikate Audi, VW und BMW. Bei 14 Autos blieb es zudem beim Versuch: Hier konnten die Täter die Sicherungseinrichtungen der Autos nicht überwinden.

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