Altersreduzierung ist umstritten

Autofahren mit 16 erhitzt die Gemüter in Niedersachsen

Führerschein mit 17. Wenn eine Begleitperson dabei ist, dürfen die Jugendlichen ein Auto steuern.

Northeim. Der Führerschein mit 17 Jahren und einer Begleitperson auf dem Beifahrersitz hat sich längst bewährt. Eine weitere Altersreduzierung ist hingegen umstritten.

Mit 16 Jahren dürfen Jugendliche an die Urnen gehen, um Kommunalparlamente zu wählen, sie dürfen in Gaststätten offiziell ein Bier trinken. Dürfen sie bald auch Autos steuern, wenn eine Begleitperson daneben sitzt? Diese Frage wird im Moment heiß diskutiert.

Der Fahrlehrerverband Niedersachsen hat die Diskussion über dieses Thema ins Rollen gebracht und sogar der Verkehrsgerichtstag, der regelmäßig in Goslar stattfindet, steht dem insgesamt positiv gegenüber, erläutert Verbandschef Dieter Quentin (Gleichen).

Hintergrund der Diskussion sind die äußerst positiven Erfahrungen mit dem begleiteten Fahren mit 17 Jahren. Das ist für den Fahrlehrerverband ein „absolutes Erfolgsmodell“, das sich seit Einführung vor zwölf Jahren bewährt hat.

Polizeihauptkommissar Peter Schliep, bei der Polizei-Inspektion Northeim/Osterode Sachbearbeiter in Sachen Verkehr, stimmt dem voll zu. „Wir haben mit dem begleiteten Fahren mit 17 absolut positive Erfahrungen gemacht“, sagt der Beamte, auch in seiner eigenen Familie. „Ich bin ein Fan davon!“

Nach Angaben Schlieps verhielten sich die jungen Autofahrer im Verkehr total unauffällig. Es habe nur ganz wenige Unfälle gegeben, die jedem anderen auch hätten passieren können. Und Fahren mit 16?: „Diesen Zeitpunkt halte ich für sehr früh, habe dazu aktuell keine genaue Einschätzung“, sagt der Beamte. Jugendliche zwei Jahre auf dem Beifahrersitz zu begleiten, sei ein sehr langer Zeitraum.

Eine ähnliche Einschätzung vertritt Fahrlehrer Tobias Behnke (Northeim). „Autofahren mit 16 erscheint mir zu früh, da fehlt bei einigen noch die nötige Reife.“ Behnke hat allerdings einen Alternativvorschlag. „Ich würde die Altersgrenze für Rollerführerscheine (A und M) von 16 auf 15 Jahre reduzieren. Dann würden die Jugendlichen mehr Praxiserfahrung sammeln. Einen Modellversuch gebe es bereits.

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