Beseitigung übernimmt der Bauhof oder die Straßenmeisterei

Polizei in Northeim rät: Autofahrer sollten Tierkadaver melden

Northeim. Sollten Autofahrer melden, wenn sie ein Tier überfahren haben? Ja, auch wenn es nicht in jedem Fall zwingend vorgeschrieben ist, rät Rolf Metje vom Polizeiabschnitt Northeim/Osterode. Außerdem schildert er, was mit den Kadavern geschieht.

Nach der Verkehrsunfallstatistik gab es 2013 im Polizeiabschnitt 948 Unfälle mit Rehwild, Haarwild, Schwarzwild oder Vögeln, aber nur 22 Unfälle mit nicht jagdbaren Tieren wie Hunden, Katzen oder Pferden. Der Eindruck, dass es viel mehr sein müssten, dürfte sich daraus ergeben, dass man häufig Kadaver kleinerer Tiere auf der Fahrbahn liegen sieht, diese Fälle aber kaum gemeldet werden, sofern es keinen Unfallschaden am Fahrzeug gibt.

Wenn jemand eine überfahrene Katze oder einen toten Hund meldet, schickt die Polizei in vielen Fällen einen Streifenwagen raus. Die Beamten versuchen zu ermitteln, wem das Tier gehört. Wenn beispielsweise ein Hund unangeleint über die Straße rennt und vor ein Auto läuft, ist das bei einem Schaden ein Fall für die Versicherung. Selbst, wenn das Auto und die Insassen unversehrt bleiben, bittet Metje um Rückmeldung: „Hinter jedem Hund steht ein Hundehalter und meist auch eine traurige Familie. Der normale Umgang miteinander gebietet, dass man nicht einfach weiterfährt.“

Es gibt keine Verpflichtung für Autofahrer, einen Kadaver von der Straße zu räumen, weil es wegen des Verkehrs gefährlich ist. Mit der Beseitigung beauftragt die Polizei außerorts die Straßenmeisterei, innerorts den jeweiligen Bauhof. In Northeim fallen jährlich etwa zehn Tiere an.

Der Kadaver wird in einen Plastiksack gepackt und zwischengelagert. Der Landkreis läst ihn zur Entsorgung in die Tierkörperbeseitigungsanstalt bringen. Außerorts vergraben die Mitarbeiter der Straßenmeisterei kleinere Tiere auch am Straßenrand. In vielen Fällen sorgt die Natur selbst für die Entsorgung: Krähen picken sich gerne satt am Aas. (p)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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