Umfrage bei Autohäusern: Diesel weiterhin beliebt

Northeim. Der infolge des VW-Skandals ins Gerede gekommene Diesel-Motor erfreut sich weiter großer Beliebtheit. Das ergab eine Umfrage der HNA bei Autohändlern im Landkreis Northeim .

Vorbehalte gegen den als sparsam geltenden Motor spürt der Geschäftsführer des Northeimer VW- und Skoda-Autohauses Dörge, Jörg Purwin, nicht. „Klar rufen einige Kunden an und fragen, was da passiert ist“, sagte er. Ingesamt sei er aber positiv überrascht von den Reaktionen. Viele hätten zum Ausdruck gebracht, dass sie trotz des Skandals um die Motor-Software, die auf dem Prüfstand für bessere Abgaswerte sorgt als im Normalbetrieb, bei der Marke VW bleiben wollen, weil sie mit den Autos zufrieden sind.

Auch die Opel-Autohaus-Gruppe Siebrecht (Uslar) hat keine negative Auswirkungen des VW-Skandals beim Verkauf von Dieselfahrzeugen bemerkt. „Davon ist bei uns nichts spürbar“, sagte Geschäftsführer Maik Siebrecht. Es sei kein Rückgang beim Absatz von Diesel-Fahrzeugen an den fünf Standorten in Südniedersachsen festzustellen.

„Es wird etwas mehr hinterfragt“, sagt Michael Zimbal, Geschäftsführer des Autohauses Hermann (Renault, Dacia, Ford und Seat) über das Kundenverhalten. Insbesondere bei der zum VW-Konzern gehörenden Marke Seat gebe es mehr Fragen. Beim Verkauf sei aber keine Abkehr vom Diesel zu bemerken.

Zimbal hält es aber für möglich, dass Autofahrer, die Diesel fahren, obwohl sie nicht zu den Vielfahrern gehören, künftig vermehrt auf Benzin-Fahrzeuge umsteigen. Die höheren Kosten bei Anschaffung, Kraftfahrzeug-Steuern und Versicherung können der geringere Spritpreis und der geringere Verbrauch eines Diesels erst ab einer Laufleistung von rund 20.000 Kilometer im Jahr ausgleichen.

Das hat keinerlei Einfluss“, sagt Helmut Peter, Geschäftsführer vom Mercedes-Autohaus Peter in Northeim über den VW-Skandal. Infolge des gesunkenen Benzinpreises und der aufkommenden Hybrid-Technologie habe der Dieselmotor in der jüngeren Vergangenheit bereits Marktanteile verloren. Durch den Skandal habe es keine Verschärfung gegeben.

Auch bei BMW hat Steve Wery, Geschäftsführer des Autohauses Leinetal, keine Abkehr vom Selbstzünder registriert. „Der Diesel ist ja auch nicht schlecht“, betonte er. Allerdings beobachtet auch er eine wachsende Nachfrage nach Hybridfahrzeugen.

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