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Bei Bauarbeiten vergessene Gruft von Friedrich Levin August von Arentsschildt wiedergefunden

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Von: Olaf Weiss

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Blick in die Gruft, die die sterblichen Überreste des Generalmajors von Arentsschildt enthält. Rechts die einzige, der vier Platten des Denkmals, die erhalten geblieben ist und seit 1975 an der Stadtmauer steht.
Blick in die Gruft, die die sterblichen Überreste des Generalmajors von Arentsschildt enthält. © Stefan Teuber/Stadt Northeim

Bei Bauarbeiten der Stadtwerke Northeim (SWN) in der Nähe des Hallenbads ist eine vergessene Gruft angegraben worden. Wie sich herausgestellt hat, handelt es sich um die letzte Ruhestätte von Friedrich Levin August von Arentsschildt.

Northeim –Wie Stadt mitteilte, hat der ehemalige Stadtarchivar Ekkehard Just den entscheidenden Hinweis gegeben.

Die SWN verlegen zwischen Hallenbad und dem an der Bahnstrecke verlaufenden „Schwarzem Weg“ Stromleitungen.

Neben einer dortigen Eiche, die als Treffpunkt diente, stand einst das Arentsschildt-Denkmal, das nach dem Bau des Hallenbades als nicht mehr zeitgemäß für das städtebauliche Erscheinungsbild 1973 angesehen und entfernt wurde. Eine der Platten des vierseitigen Denkmals fand 1975 einen Platz an der Außenseite der Stadtmauer am Alten Friedhof.

Dass es unter dem Denkmal eine Gruft gab, war vergessen, kann aber ausführlich in der 1894 erschienenen „Beschreibung und Geschichte der Stadt Northeim in Hannover“ von Gustav Julius Vennigerholz nachgelesen werden.

Diese Publikation stellt nach den Worten von Justs Nachfolger als Stadtarchivar, Stefan Teuber, auch heute noch ein wichtiges Nachschlagewerk über die Northeimer Stadtgeschichte dar.

Die einzige, der vier Platten des Denkmals, die erhalten geblieben ist und seit 1975 an der Stadtmauer steht.
Die einzige, der vier Platten des Denkmals, die erhalten geblieben ist und seit 1975 an der Stadtmauer steht. © Olaf Weiss

Die Gruft ist ein Kalksteinbau mit Tonnengewölbe mit den Innenmaßen. 2,70 Meter mal 1,50 Meter und einer Höhe von 1,50 Meter.

Sie und das Denkmal befanden sich einst auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne, die später bis zu ihrem Abriss als Bürgerschule II diente. Für die Gruft außerhalb des kirchlichen Friedhofes (heute Alter Friedhof) an der Stadtmauer, wo heute noch das Lueder-Mausoleum und einige wenige Grabstellen stehen, bedurfte es einer Genehmigung des Konsistoriums (kirchliche Behörde). Das Denkmal und eine damals junge Eiche wurden durch die Offiziere des unter dem Denkmal bestatteten Arentsschildt gestiftet.

In die Südostecke des Gewölbes ist nach Mitteilung der Stadt nun bei Baggerarbeiten ein Loch entstanden. In Absprache mit der Baufirma und den Stadtwerken ist der Verlauf der Baugrube für die Stromleitungen in einem Bogen außen um die Gruft herumgeführt, sonst wäre das Gewölbe an einer Seite vollständig durchtrennt worden und die Gruft wäre eingestürzt.

Ohne durch das enge Loch ins Gewölbe der Gruft einzusteigen, hat Stadtarchivar Teuber noch eine Fotodokumentation erstellt. Anschließend wurde die Gruft laut Stadtverwaltung wieder verschlossen. (Olaf Weiss)

Husar aus Northeim im Kampf gegen Napoleon

Die vier Seiten des 1973 geschliffenen Denkmals gaben nach Mitteilung der Stadt Northeim Auskunft über den Friedrich Levin August von Arentsschildt, der 1755 geboren wurde und am 10. Dezember 1820 gestorben ist. Er war als königlich hannoversche Generalmajor Kommandeur des in Northeim stationierten 3. Husarenregiments. Er diente 51 Jahre und nahm unter anderem an elf großen Schlachten. Auf der Nordseite des Denkmals waren die Schlachten zwischen 1809 und 1815 gegen napoleonische Truppen bei Talavera, Fuentes d’Onos, Salamanca, Vittoria (alles in Spanien) Toulouse (Frankreich) und bei Waterloo (Belgien) genannt. Nach ihm ist die Arentsschildstraße benannt. ows

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