Bahndamm nahe Klosterweg: Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt

Jetzt und vorher: Der Bahndamm am Klosterweg in Nörten-Hardenberg ist kahl geschnitten worden (großes Bild). Wie es zu Beginn der Abholzung aussah, zeigt das kleine Bild. Fotos:  privat/nh

Nörten-Hardenberg. Der Kahlschlag am Bahndamm in unmittelbarer Nähe des Klosterwegs in Nörten-Hardenberg hat die Anlieger auf den Plan gerufen. Sie zeigten für diese Maßnahme kein Verständnis, zumal die meisten Bäume ihrer Ansicht nach völlig gesund gewesen seien.

„Das sieht man deutlich an den abgesägten Stämmen“, sagte einer der Anlieger, der diese von der Bahn veranlasste Maßnahme für überzogen hält. Die Bäume seien nicht nur eine Sammelstelle für Vögel gewesen, sondern hätten für die Marienstein-Anwohner vor allem im Sommer auch einen wirkungsvollen Schallschutz dargestellt. Beides sei nun passé.

Fäulnis festgestellt

Egbert Meyer-Lovis, Pressesprecher und Leiter des Kommunikation-Regionalbüros Nord in Hamburg, erläutert die Vorgehensweise damit, dass Ende Juli bei einem Gewittersturm ein Baum an der Bahnböschung abgeknickt worden und auf die angrenzende Straße Klosterweg gefallen sei. Bei den Aufräumarbeiten seitens des Straßenbaulastträgers sei ein massiver Fäulnisbefall des Baumstamms festgestellt.

Das zuständige Ordnungsamt habe die Bahn entsprechend informiert und forderte eine Untersuchung des Bewuchses in diesem Bereich. „Eine sofortige Überprüfung ergab, dass diverse Bäume ebenfalls von Fäulnis betroffen waren. Es war daher nicht auszuschließen, dass Bäume ins Gleis oder in die elektrische, 15 000 Volt führende Oberleitung fallen würden“, erläutert Meyer-Lovis.

Gefahrenabwehr

Da sich in den Baumkronen zahlreiche Vogelnester befunden hätten, entschloss man sich für einen gezielten Rückschnitt als Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr. „Die Züge passieren diesen Streckenabschnitt mit bis zu 200 Km/h, da hat Sicherheit oberste Priorität.“

Nach Rücksprache mit der Kommune wurden im Oktober auf 150 Meter die Bäume und Sträucher aufgrund der Vorschädigung massiv zurückgeschnitten. „Da die bis zu sieben Meter hohe Böschung teils sehr steil ist, mussten auch einige gesunde Gehölze gerodet werden, um ein gefahrloses Arbeiten zu ermöglichen“, teilt der Pressesprecher auf HNA-Nachfrage mit.

Da es sich bei den betroffenen Gewächsen überwiegend um Robinien und Weiden handele, würden diese im nächsten Jahr wieder ausschlagen, lässt die Bahn wissen. (ajo)

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