Produktion für mehr als 100 Länder der Erde

Bald Dünger aus Northeim für die Welt

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Standort am Südrand von Northeim: Bernhard Riedel und seine ebenfalls im Unternehmen tätige Tochter Nina Peilert zeigen, auf welcher Fläche die Produktionshalle entstehen soll.

Northeim. Dünger für mehr als 100 Länder der Erde soll künftig in Northeim produziert werden. Die Tribodyn AG hat im Industriegebiet an der Langen Lage eine Fläche von 11.400 Quadratmeter erworben, um dort ihre Produktion anzusiedeln.

Nach den Worten von Vorstand Bernhard Riedel, der nach eigenen Worten seit seiner Jugend in Northeim lebt, ist die AG ein reines Familienunternehmen. Auf der Basis von Dolomit- und Muschelkalk werden Spezialdünger hergestellt.

Das Besondere dabei: Der Kalk wird in einem Spezialverfahren so fein gemahlen, dass die Pflanzen den Dünger über die Blätter und nicht wie sonst über die Wurzeln aufnehmen.

Geplant ist in Northeim zunächst der Bau einer 1000 Quadratmeter großen Halle plus eines Bürotrakts mit 300 Quadratmetern. Neben der zehn Meter hohen Halle sind außerdem zwei 16 Meter hohe Vorratssilos geplant. 3,4 Millionen Euro investiert das Unternehmen in den neuen Standort.

„Die Produktion ziehen wir damit zu 100 Prozent nach Northeim“, betont Riedel. Am bisherigen Produktionsstandort im Frankenwald in der Nähe von Hof sollen künftig nur noch die kleinen Gebinde abgepackt werden. Das Gros der Produktion werde in tonnenschweren sogenannten Bigpacks ausgeliefert.

Spätestens Ende des Jahres soll die Produktion in Northeim anlaufen. Bis zu 15 Arbeitsplätze sollen zunächst entstehen.

„Wenn Tannhäuser nicht so aktiv gewesen wäre, hätten wir in Bovenden gebaut“, lobt Riedel den Einsatz des Northeimer Bürgermeisters. Im zu Bovenden gehörenden Teil des Gewerbegebiets Area 3 hatte das Unternehmen bereits ein Grundstück gekauft. Der Bauantrag war bereits gestellt.

Doch dann kam – erst kurz vor dem zweiten Advent – das Angebot aus Northeim, dass einen Vorteil hat: „Da haben wir kräftige Erweiterungsmöglichkeiten“, betont Riedel. Die bot die Bovender Fläche nicht. Sie soll nun wieder verkauft werden.

Fragen und Antworten zu den Düngemitteln der Tribodyn AG

Wohin geht der Dünger, der künftig in Northeim produziert werden soll? 

„Wir exportieren in über 100 Länder“, betont Tribodyn-Vorstand Bernhard Riedel. Vor allem Entwicklungsländer seien der Markt für den Dünger des Unternehmens. Bei den dortigen Pflanzen, sei die Wirkung größer als bei den hochgezüchteten Pflanzen hierzulande.

Neben zahlreichen südosteuropäischen Ländern seien unter anderem Thailand, Neuseeland, Chile und Ägypten wichtige Absatzmärkte. Dagegen mache das Unternehmen in Deutschland kaum Umsatz.

Für welche Pflanzen ist der Dünger geeignet? 

Ein Einsatz ist für nahezu alle Pflanzen denkbar. Der Dünger werde im Reisanbau ebenso eingesetzt wie für Kiwis und Kürbisse.

„In Kenia setzen wir ihn bei Rosen ein“, berichtet Riedel. Ein Dünger für Kakao-Pflanzen sei in Vorbereitung. Auf Kundenanforderungen seien Spezialmischungen des Düngers möglich.

Wie groß ist die Produktionsmenge? 

„Wir arbeiten in einer Nische, die wächst“, sagt Riedels Tochter, Nina Peilert, die für den Verkauf zuständig ist. Im vergangenen Jahr seien 800 Tonnen des Düngers verkauft worden. Die Nachfrage steige.

Im Vergleich zu herkömmlichem Mineraldünger, werden mit 1,5 Kilogramm pro Hektar (10 000 Quadratmeter) nur sehr geringe Mengen benötigt. In der konventionelle Landwirtschaft werden beispielsweise bei Weizen allein bis 200 Kilogramm Stickstoff pro Hektar ausgebracht

Woher kommen die verarbeiteten Grundstoffe? 

Den Kalk, dem dann weitere Stoffe beigemischt werden, bekommt Tribodyn nach Riedels Worten aus dem Kalkwerk Hehlen bei Bodenwerder. Weitere Stoffe kommen aus der ganzen Welt: unter anderem Guano aus Chile, Aminosäure aus China, Bor aus der Türkei.

Wie werden die Materialien verarbeitet? 

Das Besondere an dem Dünger ist das Mahlverfahren. Die Zerkleinerung geschehe durch Kollision, erklärt Riedel. Das heißt, dass Material mahlt sich in einem Spezialverfahren quasi dadurch selbst, dass die Teilchen aufeinander geschossen werden. Das Ergebnis ist ein extrem feines Mehl, das die Pflanzen über die Blätter aufnehmen können.

Wie umweltverträglich ist der Dünger? 

Der Dünger ist nach Riedels Angaben für die ökologische Landwirtschaft in der EU und zahlreichen Exportländern zugelassen.

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