Rhumekraftwerk wird auf neuesten Stand gebracht

Bald Ebbe am Northeimer Bootsanleger

Aus dieser Karte ist ersichtlich, in welchem Bereich der Rhumekanal trocken gelegt werden soll. Das Wasser der Rhume wird in dieser Zeit über das alte Rhumebett geleitet. Die Versorgung des Rhumekanals im Bereich der Rhumemühle mit Wasser soll über Pumpen erfolgen. Grafik: Mönkemeyer

Northeim. Mit neuer Turbinentechnik und einer modernen Fischtreppe soll das Northeimer Rhumekraftwerk auf den neuesten Stand gebracht werden.

Dafür muss ein Teilstück des Rhumekanals für etwa ein Jahr trocken gelegt werden.

Hintergrund: Die Wasserrechte für den Betrieb der Anlage laufen aus und müssen demnächst neu vergeben werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass die komplette Anlage entsprechend der aktuellen gesetzlichen Vorgaben umgebaut wird.

Eigentümer Max Winter aus Nürnberg, der das Northeimer Rhumekraftwerk seit 1985 betreibt, hat in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt des Northeimer Rates ein entsprechendes Konzept für den Umbau vorgestellt. „Wir möchten so früh wie möglich die Öffentlichkeit darüber informieren“, so Winter.

Altes Flussbett 

Demnach ist vorgesehen, direkt am Kraftwerk eine neue Fischtreppe zu bauen, durch die künftig Fische stromaufwärts den Rhumekanal passieren können. Bislang können Fische in diesem Bereich lediglich durch das Alte Flussbett der Rhume ziehen, was allerdings aus Sicht des Naturschutzes mittlerweile als unzureichend bewertet wird.

Allein der Bau der Fischtreppe, die direkt am Kraftwerk entstehen soll, wird etwa eine halbe Million Euro kosten. Insgesamt will Winter rund zwei Millionen Euro in die Modernisierung der Anlage investieren.

Noch kein Zeitplan 

Einen Zeitplan für die Baumaßnahmen gibt es laut Winter nicht. „Den stellen wir erst auf, wenn klar ist, dass wir die Genehmigung zum Weiterbetrieb der Anlage bekommen.

Dass dafür der Rhumekanal im Bereich des Kraftwerks für ungefähr ein Jahr trockengelegt werden muss, ist insbesondere für Torsten Minne ein Problem. Der hat nämlich erst 2014 zusammen mit seiner Frau den Northeimer Bootsverleih übernommen und weiß im Moment nicht, wie er den Ausfall einer kompletten Saison finanziell verkraften soll.

„Herr Winter hatte mich zwar über die bevorstehenden Arbeiten am Kraftwerk informiert“, sagt er. Als er aber in der Ausschusssitzung erfahren habe, dass man ihm für ein Jahr komplett das Wasser abgraben will, sei er aus allen Wolken gefallen. „Meine Frau und ich wollen den Bootsverleih erhalten und künftig weiter ausbauen, und die gute Nachfrage zeigt, dass wir da auf dem richtigen Weg sind. Wenn wir jetzt aber auf die Einnahmen einer ganzen Saison verzichten müssen, könnte das unter Umständen das Aus für den seit 1949 bestehenden Betrieb bedeuten.“

Minne und seine Frau hoffen nun, dass sie sich mit dem Betreiber des Wasserkraftwerks über eine angemessene Entschädigung verständigen können.

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