64 Jahre und älter

Kreis Northeim: Fast jeder fünfte Hausarzt im Rentenalter

Northeim. Zwar gibt es im Kreis Northeim noch keinen akuten Mangel an Hausärzten, doch dies ist nur der Tatsache zu verdanken, dass viele Mediziner ihre Praxis auch im Rentenalter noch weiterführen. So ist jeder fünfte von 118 im Landkreis tätigen Hausärzten 64 Jahre und älter.

In Einbeck gibt es nun eine Aktion, die Mediziner locken soll. Zusammen mit dem Einbecker Ärzteverein hat die städtische Wirtschaftsförderung einen Runden Tisch gegründet, der etwas gegen den Medizinermangel tun möchte. Schließlich ist im Raum Einbeck-Dassel sogar jeder dritte Hausarzt bereits über 64.

Der Runde Tisch hat deswegen eine Internetseite in Auftrag gegeben, mit deren Hilfe junge Ärzte für die Bierstadt gewonnen werden sollen. Zusammen mit den vor Ort praktizierenden Hausärzten will man Modelle finden, wie die Jungmediziner in Einbeck unterstützt werden können.

Viele frisch examinierte Ärzte hätten nach dem Studium einfach kein Interesse, eine eigene Praxis zu führen, sagt Dr. Christian Steigertahl, Vorsitzender des Northeimer Ärztevereins. „Das bedeutet viel Arbeit, großes finanzielles Engagement, wenn man eine voll ausgestattete Praxis übernimmt, und auch viel Verantwortung als Arbeitgeber für etliche Mitarbeiterinnen.“

Das Problem der überalterten Hausärzteschaft gibt im Landkreis insbesondere in den Randbereichen. Noch höher als in Einbeck ist zum Beispiel der Anteil der über 64-jährige Mediziner mit Hausarztzulassung im Raum Uslar-Bodenfelde-Adelebsen. Von den 20 dort tätigen Medizinern sind laut kassenärztlicher Vereinigung acht über 64 Jahre, was einem Anteil von 40 Prozent entspricht.

Im Raum Northeim (mit Hardegsen, Nörten, Moringen, Katlenburg-Lindau und Kalefeld) liegt die Quote der Ärzteschaft im Alter 64-plus mit acht Medizinern hingegen nur bei 13 Prozent. Allerdings: Von den insgesamt 63 Ärzten sind 18 Mediziner im vorruhestandsfähigen Alter zwischen 59 und 63.

Von Axel Gödecke  

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Rubriklistenbild: © dpa

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