Überdurchschnittliche Rüben-Ernte: Bauern erwarten bis zu 80 Tonnen pro Hektar

Vor einem großen Rübenberg: Der Edesheimer Landwirt Erich Hundertmark (links) und Geschäftsführer Dirk Wollenweber hoffen auf eine gute Ernte. Für die Rübenbauern war der mäßig warme Sommer ideal, für die Getreidebauern das genaue Gegenteil. Foto:  Oschmann

Northeim. Die Zuckerrübenernte ist angelaufen – auch in der Region Northeim. Die Landwirte wie der Edesheimer Erich Hundertmark blicken optimistisch nach vorn, denn die Wetterbedingungen waren für das Wachstum der süßen Früchte in diesem Jahr nahezu ideal. Das lässt einen hohen Ertrag erwarten.

Aufgrund der absehbaren großen Erntemengen läuft die Kampagne in den Nordzuckerwerken Nordstemmen und Schladen bereits seit einigen Tagen auf Hochtouren, erläutert Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrüben-Anbauverbandes Südniedersachsen.

An den Rändern der Felder türmen sich die ersten Berge der Feldfrüchte, die von den großen Rübenrodern mit dem Namen Tiger aus dem Boden geholt wurden. Die Rüben werden zumeist zügig abgeholt und zur Weiterverarbeitung überwiegend nach Nordstemmen im Landkreis Hildesheim gebracht.

„Die Proberodungen und ersten Ernteergebnisse liegen deutlich über dem mehrjährigen Mittelwert“, sagt Dirk Wollenweber. Das liegt vor allem daran, dass die Rüben nach dem äußerst milden Winter zwei Wochen früher als gewohnt gesät werden konnten. Aber auch das Wetter habe nahezu optimal gepasst. Während die meisten über den doch sehr nassen und mit nur wenigen Hitzeperioden gesegneten Sommer geschimpft haben, haben sich die Rübenbauern genüsslich die Hände gerieben. „Die Rübe mag eher 15 als 30 Grad, dann ist sie am produktivsten“, erläutert Wollenweber die bisherige Wachstumsperiode, die noch längst nicht abgeschlossen ist.

Beim Edesheimer Erich Hundertmark wurden bislang fünfeinhalb seiner insgesamt 27 mit Rüben bestellten Hektar gerodet. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freut sich der Landwirt, der aktuell einen Ertrag von rund 70 Tonnen pro Hektar verzeichnet. Da die Wachstumsperiode der Rüben noch nicht abgeschlossen ist, können am Ende sogar 80 Tonnen pro Hektar herausspringen.

Für Jubelrufe sei es jedoch noch zu früh, denn zwei Erntemonate und diesmal insgesamt 130 Kampagne-Tage mit vielen möglichen Einflüssen stehen noch bevor. „Die Verarbeitung in den Zuckerfabriken wird bis in die zweite Januarhälfte dauern. In dieser Zeit kann das Wetter noch einige Überraschungen bereithalten“, so Wollenweber. Zudem definiere sich eine zufriedenstellende Ernte nicht nur über die Menge, sondern auch über den Preis.

Die guten Ertragsaussichten verdeutlichten laut Wollenweber das hohe Leistungspotenzial im Zuckerrübenanbau. Zum Beispiel sei der Einsatz von Stickstoffdüngemitteln über Jahre bei gleichzeitig steigenden Erträgen immer weiter reduziert worden. Das schone Ressourcen und mache den Rübenanbau höchst effizient.

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