Gersten-Ernte erfüllt nicht die Erwartungen der Landwirte

Bauern im Landkreis Northeim hoffen auf den Weizen

Trecker mit Anhänger und Bauer auf einem teilweise abgemähten Weizenfeld
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Hier hat schon die Weizenernte begonnen: Lennart Volger vom Höckelheimer Landwirtschaftsbetrieb Albrecht Ewers auf einem Feld an der B 241 zwischen Northeim und Höckelheim.

Die erste Zwischenbilanz der Getreideernte ist ernüchternd.

Northeim – Die Gersten-Ernte, die im Landkreis Northeim fast abgeschlossen ist, brachte nicht die Erträge, die sich die Bauern erhofft hatten.

Noch vor wenigen Wochen seien die zu erwartenden Erträge von den meisten Landwirten optimistisch eingeschätzt worden, weil die Pflanzen gut gewachsen waren und die Bestände vielversprechen ausgesehen hätten, teilt Karina Wulf vom Kreisbauernverband Landvolk Northeim-Osterode auf HNA-Anfrage dazu mit.

„Doch die Enttäuschung folgte, nachdem die ersten Ergebnisse auf den Tischen lagen“, so Wulf. Auf den insgesamt 6042 Hektar Gerste im Landkreis seien im Schnitt zwischen 75 und 90 Dezitonnen (100 Kilo) pro Hektar geerntet worden. Allerdings hätten die Qualitäten doch häufig zu wünschen übrig gelassen. Das Hauptproblem der diesjährigen Gerstenernte sei das Hektolitergewicht.

Hektolitergewicht

Ausschlaggegend für die Qualität des Getreides und damit für die zu erzielenden Preise ist das sogenannte Hektolitergewicht. Es beschreibt das Gewicht der einzelnen Körner in einem bestimmten Raummaß. Bei der Gerste fordert der Handel, dass 100 Liter Getreide 62 Kilogramm wiegen sollten. Laut Kreisbauernverband wird dieser Wert in diesem Jahr in der hiesigen Region nicht erreicht. Werte von weniger als 50 Kilogramm seien keine Seltenheit.

Ursache dafür seien aus Sicht von Pflanzenbau-Experten die für die Gerste ungünstigen Witterungsbedingen, berichtet Wulf. „Die Kältewelle im März hat die Entwicklung der Gestenbestände stark verzögert, und die frostigen Temperaturen im Mai hielten die Feuchtigkeit im Boden.“ Das wiederum habe einen gewissen Verdünnungseffekt der im Boden gelösten Nährstoffe zur Folge gehabt. Darüber hinaus hätten die Pflanzen aufgrund der geringeren Verdunstung weniger Nährstoffe aufgenommen. Die Hitzewelle im Juni habe dann noch für eine schnelle Reife und einen vorzeitigen Abbruch der Einlagerungsprozesse gesorgt.

Für die sich anschließende Ernte von Raps und Weizen erwartet das Landvolk allerdings höhere Erträge. „Wir hoffen, dass wir zwischen 50 und 90 Dezitonnen Weizen pro Hektar ernten können“, sagt Landvolkvorsitzender Claus Hartmann. Sofern das Wetter mitspiele, könne man auch beim Raps von höheren Erträgen als im Vorjahr ausgehen.

Eine abschließende Beurteilung der Ernte sei erst Ende des Sommers möglich, so Hartmann. Angesichts einer positiven Preisentwicklung an den Getreidemärkten könnten die Einbußen bei der Gerste aber wohl ausgeglichen werden.

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