Sechsspuriger Ausbau

A 7-Baustelle bei Northeim: Ausbau verzögert sich erheblich und wird deutlich teurer

Baustelle auf der A7 bei Northeim
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Baustelle bis November 2021 - so war es zumindest beim Start der Bauarbeiten auf der A7 bei Northeim einmal geplant. Doch der Ausbau verzögert sich um ein Jahr - und wird deutlich teurer.

Autofahrer müssen sich ein Jahr länger durch die Baustellen auf der Autobahn A 7 zwischen Nörten-Hardenberg und Seesen quälen. Der Ausbau verzögert sich.

Hannover/Northeim - Der sechsspurige Ausbau des 30 Kilometer langen Abschnitts im Rahmen des ÖPP-Projekts (öffentlich-private Partnerschaft), der eigentlich bis Ende November 2021 abgeschlossen sein sollte, wird nicht nur deutlich teurer, er verzögert sich auch noch erheblich.

„Als neuer Fertigstellungstermin wurde der 30. Dezember 2022 festgelegt“, teilte das Verkehrsministerium in Hannover unserer Zeitung mit. Drei Gründe nannte ein Sprecher von Ressortchef Bernd Althusmann (CDU) für Zeitverlust und Mehraufwand: Artenschutz für die Wasserfledermäuse im Bereich der Northeimer Seenplatte, 1100 archäologisch wertvolle Funde bei Eboldshausen und „unvorhersehbare technische Zusatzleistungen, die bei Komplexität des Projekts nicht immer auszuschließen sind“. Wir haben einige Infos rund um die Mega-Baustelle auf der A7 bei Northeim zusammengefasst.

A7: Ausbau bei Northeim - Es wird 74 Millionen Euro teurer als geplant

Die Gesamtkosten für den Ausbau und den 30-jährigen Unterhalt der A 7 auf der 60 Kilometer langen ÖPP-Strecke zwischen den Anschlussstellen Göttingen und Bockenem taxiert der Bund mittlerweile auf eine Milliarde Euro. Dies ergibt sich dem Haushaltsentwurf für 2021, der unserer Zeitung vorliegt. Das sind 74 Millionen Euro mehr, als im Etat des laufenden Jahres veranschlagt sind. Ursprünglich lag die Prognose bei 627 Millionen Euro.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler aus Hannover sieht sich durch die „exorbitante Kostenexplosion“ in seiner Kritik an „intransparenten Privatisierungsprojekten“ im Straßenbau bestätigt. „Davon profitieren Baukonzerne, Banken und Versicherungen. Die Zeche zahlen am Ende die Bürgerinnen und Bürger.“

Das Land Niedersachsen setze wieder lieber auf eine konventionelle Haushaltsfinanzierung, erklärt Wirtschaftsminister Althusmann. Gleichzeitig betont er die „hohe Bedeutung“ des Ausbaus für die Leistungsfähigkeit der A7, aber auch für die Infrastruktur entlang der Strecke. „Von der besseren Anbindung werden Wirtschaft und Einwohner Südniedersachsens profitieren.“ (Peter Mlodoch)

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