Sorge um den Hochwasserschutz

Pläne für Baulücke stoßen in Höckelheim auf Widerstand

Vier Personen mit Mund-Nasen-Schutz vor einer verschneiten Weide.
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Auf dieser Wiese an der Angerstraße, die in der vergangenen Woche noch teilweise von Schnee bedeckt war, sollen möglicherweise Häuser gebaut werden. Uli Hillemann (von links), Otto Müller, Kerstin Hillemann und Miriam Polten gehören zu den Anliegern, die dadurch Nachteile für ihre Grundstücke befürchten.

Höckelheimer Bürger befürchten Verschärfung der Hochwasserproblematik

Höckelheim – Mehrere Anlieger der Angerstraße in Höckelheim sind in großer Sorge, dass sich ein geplantes Bauvorhaben auf einem bislang unbebauten Grundstück negativ auf ihre Immobilien auswirken könnte. Sie befürchten, dass sich die ohnehin durch regelmäßige Überschwemmungen gekennzeichnete Situation in dem Bereich durch das Bauvorhaben noch verschärfen könnte.

Dem Landkreis Northeim als Untere Wasserbehörde werfen sie in diesem Zusammenhang vor, dem Investor ohne eine hinreichende Überprüfung bestätigt zu haben, dass die Errichtung eines Gebäudes ausnahmsweise im dortigen Überschwemmungsgebiet möglich sein könnte.

Für die Anlieger, die zum Teil schon seit mehren Jahrzehnten dort wohnen, ist diese Auskunft nicht nachvollziehbar, zumal die Wiese, die derzeit noch als Pferdeweide verpachtet ist, die Funktion einer Retentionsfläche habe, also bei Hochwasser einen Teil der aus Richtung Hillerse kommenden Wassermengen aufnehmen kann.

„Und das sind manchmal so große Mengen, dass der Graben hinter unseren Grundstücken so vollläuft, dass sich das Wasser vom Durchlass beim Leineturm zurückstaut“, sagt Otto Müller. „Dann läuft das Wasser hier sogar bergauf. Das hat man bei der Bewertung doch überhaupt nicht berücksichtigt.“

Auch Kerstin Hillemann kann nicht verstehen, dass aus wasserrechtlicher Sicht auf der Fläche der Bau von Häusern möglich sein soll. „Durch den Bau wird sich die Hochwassergrenze auf die anderen Grundstücke verschieben, sodass erheblich mehr Gartenflächen überflutet werden“, sagt sie und betont, dass die Grundstücke schon jetzt nur eingeschränkt nutzbar seien, weil Teilflächen regelmäßig unter Wasser stehen.

Insgesamt sehen 16 Grundstückseigentümer, darunter auch einige Landwirte, die in Richtung Leine Ackerflächen bewirtschaften, die geplante Bebauung kritisch und fordern, in die Planungen eingebunden zu werden und Stellungnahmen abgeben zu können.

Der Landkreis bestätigte auf HNA-Anfrage, dass man im Rahmen einer Bauanfrage die Möglichkeit in Aussicht gestellt habe, auf dem fraglichen Grundstück zu bauen. Die zuständige Baugenehmigungsbehörde sei in diesem Fall allerdings die Stadt Northeim, und erst wenn bei der ein entsprechender Bauantrag vorliege, seien die wasserrechtlichen Voraussetzungen für den Bau vom Landkreis Northeim eingehend zu prüfen.

Nach Auskunft des Northeimer Baurates, Frederik Backhaus, handelt es sich bei der Fläche um eine Baulücke, die, wie auch im Ortsrat Höckelheim vorgestellt, zur besseren Vermarktung in das Baulückenkataster der Stadt Northeim aufgenommen worden sei. Bereits 2017 habe es dafür eine Bauvoranfrage für die Errichtung von zwei Wohnhäusern gegeben, die unter Einbindung der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Northeim positiv beschieden worden sei. Der entsprechende Bauvorbescheid, in dem auf die Notwendigkeit der Klärung wasserrechtlicher Fragen hingewiesen wurde, sei aber verjährt.

Der Stadtverwaltung sei derzeit nur bekannt, dass das Grundstück kürzlich verkauft worden sei, so Backhaus. Ein Bauantrag oder eine Bauvoranfrage lägen derzeit aber nicht vor.

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