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Albert Bode hat Feuerwehrmann auf dem Northeimer Marktplatz bereits dreimal gereinigt

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Von: Olaf Weiss

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Albert Bode reinigt den Feuerwehrmann auf dem Marktplatz mit Beize.
Albert Bode reinigt den Feuerwehrmann auf dem Marktplatz mit Beize. © Hubert Jelinek

Dreimal in den vergangenen anderthalb Jahren hat allein Albert Bode die Skultur des Feuerwehrmanns auf dem Northeimer Markt sein betongraues Äußeres wiedergegeben.

Northeim – Seit siebeneinhalb Jahren hat die Skulptur einen wachsamen Blick auf den Marktplatz. Seit dieser Zeit wird der etwas füllige Mann mit dem Löscheimer immer wieder mit der Farbe beschmiert.

Beim ersten Mal noch zusammen mit seinem Bruder und einem gemeinsamen Freund.

„Ich mag es nicht, wenn alles so dreckig ist“, begründet der Rentner aus Northeim seine Eigeninitiative. Dass die Skulptur einen Feuerwehrmann darstellt, spornt ihn dabei zusätzlich an. Er wisse als passives Mitglied der Feuerwehr, „wie viele Stunden die abreißen – ehrenamtlich“.

„Ich habe mal Maler gelernt“, erzählt der 84-Jährige. Deshalb wisse er, wie er der Farbe am besten zu Leibe rücken kann. Er verwendet Beize. „Es dauert, bis sie die Farbe angreift. Aber es geht“, sagt er. Drahtbürsten und Sandpapier kämen nicht infrage. Die würden die Betonoberfläche beschädigen. Sie sei durch die Witterung sowieso schon leicht angegriffen.

Sollte der Feuerwehrmann ein weiteres Mal von Unbekannten mit Farbe verunstaltet werden, will Albert Bode ihn selbstverständlich wieder reinigen. Aber: „Dann kriegt er ein Schild ,Armes Deutschland’ umgehängt“, kündigt der Rentner an, der keinerlei Verständnis für solchen Unsinn hat.

Aufgestellt wurde die Skulptur 2014. Zum Klostermarkt Mitte September wurde sie feierlich von Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser und Ruth Brockhausen vom Theater der Nacht enthüllt. Sie zeigt einen Feuerwehrmann, der hilflos zusehen muss, wie 1832 das Northeimer Rathaus ein Raub der Flammen wurde. Es stand einst dort, wo heute der Marktplatz ist. In unmittelbarer Nachbarschaft erinnert eine Erinnerungstafel an das mittelalterliche Rathausgebäude.

Der Feuerteufel, der hinter dem Rücken des Feuerwehrmanns hervorschaut, ist eine Figur aus dem Stück „Die Regentrude“, das im Theater der Nacht gespielt wird. Die Idee für diese Installation hatten Kinder entwickelt, die sich an einer Aktion des Theaters beteiligt hatten. Nikos Wölfl, ein Holzbildhauer aus Traunstein, hat die Figur geschaffen. Finanziert wurde die Skulptur über die Litfin-Stiftung. (Olaf Weiss)

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