Urteil des Amtsgerichts Northeim

Bewährungsstrafe für Betrüger-Paar

Die Statue einer Frau ist vor blauen Himmel zu sehen, sie hält eine Waage in der linken Hand.
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Symbolbild: Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Zu einer Freiheitsstrafe von jeweils zwei Jahren, die zu vier Jahren auf Bewährung ausgesetzt werden, wurde jetzt ein Ehepaar aus Hattorf am Harz vom Amtsgericht Northeim verurteilt.

Northeim – Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die beiden 56-Jährigen des mehrfachen Diebstahls und Betrugs schuldig gemacht haben.

Zum einen ging es um 28 Diebstähle, die das Ehepaar zwischen Juli und August 2018 begangen haben soll.

Zu dieser Zeit war der Mann beim Versanddienstleister Hermes beschäftigt. Dort hat er Pakete sortiert, von denen er einige entwendete. Seine Frau, die damals dort als Reinigungskraft angestellt war, half ihm dabei. Zum Teil wurden die Inhalte der fehlenden Pakete bei der Durchsuchung der Wohnung der Eheleute gefunden.

Der 56-Jährige gab die Taten teilweise zu. Während der Verhandlung ging das Gericht gemeinsam mit den Angeklagten noch einmal alle Einzeltaten durch. Einige Artikel habe das Ehepaar laut eigener Aussage nie besessen, woraufhin diese von der Schadenshöhe abgezogen wurden.

Die Gesamtzahl der Fälle reduzierte sich somit auf 24, mit einem Gesamtwert von 3000 Euro. Ursprünglich ging es unter anderem um Kosmetik und Schmuck sowie Smartphones und Tablets, im Gesamtwert von rund 12 000 Euro.

Als Grund für seine Taten erklärte der Angeklagte, sein Arbeitgeber habe ihm seinen Lohn nur unzureichend gezahlt. Durch den Verkauf der entwendeten Produkte habe er dieses Defizit ausgleichen wollen.

Zum anderen soll die Frau in 15 Fällen, in zehn davon gemeinsam mit ihrem Mann, bei verschiedenen Online-Händlern Waren auf den Namen ihrer Schwiegermutter bestellt und die Rechnungen nicht bezahlt haben. Die Schwiegermutter sei zwar darüber in Kenntnis gesetzt worden, jedoch vor einigen Jahren an Demenz erkrankt und nur eingeschränkt zurechnungsfähig.

Der Gesamtwert der Bestellungen, darunter Kleidung und Elektrogeräte, betrug 2500 Euro.

Dass sich beide Eheleute vor Gericht kooperativ gezeigt haben und nach den Anklagen nicht erneut straffällig geworden sind, wurde vom Gericht zu ihren Gunsten berücksichtigt. Trotz jeweiliger Vor- und Haftstrafen plädierte die Staatsanwaltschaft auf eine Bewährungsstrafe für beide Angeklagte. Außerdem sollen die Eheleute von einem Bewährungshelfer betreut werden. Die Schadenssumme soll bei ihnen eingezogen werden.

Das Gericht folgte bei der Höhe der Strafe, den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und der Verteidiger, die gleichhohe Strafen gefordert hatten.   (lea)

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