Bewegung auf Rezept für Kinder

Mit gutem Beispiel voran: In vielen Familien gibt es falsche Vorbilder. Karikatur: Mönkemeyer

Northeim. Rezept für Bewegung - so lautet der Titel einer Aktion des Landesportbundes Niedersachsen

Die könnte nach Ansicht des Northeimer Kinderarztes Dr. Klaus-Dieter Rolirad die Lösung für die gesundheitlichen Probleme vieler Kinder und Jugendlicher sein.

Nach Einschätzung des Mediziners, der in Niedersachsen für die Sektion Kinder- und Jugendsport im Deutschen Sportärztebund zuständig ist, wäre es möglich Haltungsschäden, Koordinationsschwächen und Übergewicht, die zunehmend bei Schulanfängern festgestellt werden, zu beheben. Rolirad hofft daher, dass sich möglichst viele Ärzte daran beteiligen und insbesondere ihren jungen Patienten auf diese Weise Bewegung verordnen.

„Der Sportunterricht in der Schule reicht da bei weitem nicht aus“, sagt Rolirad, „denn der einzelne Schüler wird dort nur in 20 Prozent der Zeit effektiv belastet.“ Außerdem seien Schulen und Kindergärten nicht die Reparaturwerkstätten der Elternhäuser.

„Unsere mobile Gesellschaft immobilisiert ihre Kinder“, bringt Rolirad seine Kritik auf den Punkt und verweist darauf, dass immer mehr Kinder mit dem Auto zur Schule oder in den Kindergarten gebracht werden und dass Sechs- bis Siebenjährige sich nur eine Stunde pro Tag ausreichend bewegen. „Bis zur zwölften Klasse haben Jugendliche 18.000 Stunden vor dem Fernseher verbracht - mehr als sie Schulstunden absolviert haben.“ Die Folgen dieser Entwicklung seien offensichtlich, so Rolirad. In den vergangenen 20 Jahren habe sich die körperliche Geschicklichkeit von Kindern um etwa 20 Prozent verringert.

Insofern sei das Rezept auf Bewegung eine Möglichkeit für Ärzte, ihren Empfehlungen bei den Eltern mehr Nachdruck zu verleihen. Rolirad: „Es ist dringend notwendig, mehr über die Bedeutung von Sport und Bewegung für die Gesundheit zu informieren.“

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