Das größte Nagetier Europas ist heimisch geworden

Biber fühlen sich im Leinepolder zu Hause

+
Der Biber ist äußerst scheu.

Northeim – Nicht jedes Nagetier, das im Wasser schwimmt, ist ein Biber. Darauf haben jetzt die Naturscouts Leinetal hingewiesen, nachdem im Bereich des Leinepolders zwischen Salzderhelden und Hollenstedt eindeutige Spuren festgestellt wurden.

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu einem Meter und einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm ist der Biber die größte in Europa lebende Nagetierart. Verwechselt wird er aber oft mit zwei weiteren hier vorkommenden Nagern: die Nutria (auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt) und der Bisam, auch als Bisamratte bekannt.

„Weil Biber hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv sind, ist es nicht immer leicht, sie zu Gesicht zu bekommen“, erklärt Thomas Spieker. Ihre Baue und Dämme sowie die Fraßspuren seien hingegen am Tage gut zu erkennen.

Sieht aus wie ein Biber, ist aber keiner: Die Nutria wurde aus Südamerika nach Europa eingeschleppt und ist kleiner als ihr einheimischer Verwandter.

„Ein Unterschied ist, dass sowohl Bisam als auch Nutria keine Baue aus Zweigen anlegen und keine Bäume fällen“, weiß Spieker. „Zudem unterscheiden sie sich äußerlich bei genauer Betrachtung deutlich vom Biber.“ Die Nutria stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde vom Menschen nach Europa gebracht. Ihre Kopf-Rumpf-Länge beträgt rund 60 Zentimeter. Noch kleiner ist der eigentlich in Nordamerika heimische Bisam mit einer Kopf-Rumpf-Länge von rund 35 Zentimeter.

„Biber haben einen stumpf zulaufenden Kopf mit eher rundlichen Nasenlöchern“, so Spieker. „Ihre Zähne kann man meist sehen, sie sind orange gefärbt. Bei den Nutrias sind die Zähne praktisch immer sehr gut sichtbar und sie sind auffallend groß sowie orange gefärbt. Ihre Nasenlöcher sind ebenfalls vergleichsweise groß, jedoch nicht allzu rund, und der Kopf läuft stumpf zu.“ Als „eher spitz zulaufend und schmal“ beschreibt Spieker die Kopfform der Bisams. Ihre Zähne seien für gewöhnlich kaum sichtbar.

Der Bisam ist die kleinste der drei im Wasser lebenden Nagerarten. 

„Sind die Ohren kaum sichtbar, hat man es meist mit einem Bisam zu tun. Beim Biber sind sie zwar zu erkennen, aber nicht sehr prominent. Dagegen sind die Ohren der Nutrias gut auszumachen“, fasst Spieker zusammen. Ein Blick auf den Schwanz der Tiere könne ebenfalls bei der Bestimmung der Art helfen. „Beim Biber ist dieser breit und sehr flach, daher rührt der Name ‚Biberkelle‘. Dagegen hat der Schwanz der Nutrias einen runden Querschnitt und derjenige der Bisams einen ovalen.“

Naturliebhaber, die nach den großen Nagern in den Leinepoldern Ausschau halten möchten, sollten am besten ein Fernglas oder Spektiv dabei haben, empfiehlt Spieker und weist darauf hin, dass bei den Naturbeobachtungen auf den Türmen und Beobachtungsplattformen im Leinepolder vorgegebenen Abstand zwischen den Personen einzuhalten ist. Nur durch diese gegenseitige Rücksichtnahme könne eine Sperrung der Standorte vermieden werden.

naturscouts-leinetal.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.