Biblische Vokabeln im Smartphone

Sixti-Vikarin entwickelt App für angehende Theologen

Die Northeimer Sixti-Vikarin Madeleine Landré präsentiert eine Ansicht aus ihrer App „Biblische Vokabeln“.
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Vikarin und App-Entwicklerin: Die Northeimer Sixti-Vikarin Madeleine Landré präsentiert eine Ansicht aus ihrer App „Biblische Vokabeln“.

Die Northeimer Vikarin Madeleine Landré, die seit März vorigen Jahres in der Northeimer Sixti-Gemeinde tätig ist, sorgt für Aufsehen in der digitalen Welt.

Northeim - Landré hat eine App entwickelt, mit der sich angehende Theologen die Bedeutung griechischer und hebräischer Bibel-Texte erschließen können. Zunächst habe sie die rund 1000 wichtigsten Vokabeln ermittelt und in Listen kategorisiert, sagt die 29-Jährige.

Daraus sei erst ein Taschenwörterbuch entstanden. Im Laufe eines halben Jahres habe sie dann aber in ihrer Freizeit das Programm „Biblische Vokabeln“ für Android-Handys erstellt.

Das nötige Know-How, wie man eine App programmiert, holte sich Landré per Youtube-Tutorials und Internetrecherche. So habe sie nach und nach eine Benutzeroberfläche erstellt, einzelne Schaltflächen in der App mit Funktionen belegt und sich durch manche Fehlermeldung gekämpft.

„Die fertige App hat nun sogar ein Vokabel-Quiz“, berichtet sie. Die Einsteiger-Version, die kostenfrei herunterzuladen ist, enthalte alle Vokabeln, eine Pro-Version mit noch weiteren Funktionen sei für 3,99 Euro erhältlich, um Kosten zu decken. Gewinn machen wolle sie mit der App nicht, betont Landré.

Ein wissenschaftliches Wörterbuch wollte die Vikarin der St.-Sixti-Gemeinde mit ihrer Arbeit nicht ersetzen. „Aber das hebräische Wörterbuch wiegt aktuell rund drei Kilogramm. Das ist eher unhandlich, wenn man unterwegs etwas übersetzen will“, sagt Landré. „Außerdem macht Vokabellernen mehr Spaß, wenn es bei richtigen Antworten ‘Pling’ macht und grün leuchtet.“ Sie selbst habe ein entsprechendes Angebot in ihrem Studium vermisst. „Daher wollte ich das jetzt für andere machen.“

Viele Zeit zum Programmieren

Bei der aufwendigen Programmierung der App habe sie die Programmiersprache Java verwendet. Hilfe habe sie dabei auch von ihrem Bruder bekommen, berichtet die 29-Jährige. „Das Ganze hat auch wegen der vielfachen Überprüfung, ob auch alles richtig funktioniert, viel Zeit gekostet, aber wegen Corona ging das. Da war man ohnehin abends kaum unterwegs.“

Insgesamt hat die Applikation übrigens über 2000 Vokabeln, rund 1000 für Hebräisch und weitere 1000 für Griechisch. Die App ist bislang nur für Android-Smartphones erhältlich. Landré will aber versuchen, sie auch für das iOS-Betriebssystem, sprich für Nutzer von Apple-iPhones herauszubringen. Dafür müsse sie sich aber in eine andere Programmiersprache hineintüfteln.

Noch bis März in Northeim tätig

Die gebürtige Hamburgerin, die in Uelzen aufgewachsen ist und ihr Theologie-Studium in Heidelberg und in Göttingen absolviert hat, wird noch bis März kommenden Jahres in der Northeimer Sixti-Gemeinde tätig sein. „Wohin es dann zu meiner ersten Pfarrstelle hingeht, weiß ich noch nicht. Das erfährt man immer erst kurz vorher“, betont Landré. (Axel Gödecke mit epd)

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