So bereitet sich Northeim auf die mögliche Räumung einer Bombe vor

Der Krisenstab: (v. l.) Jörg Dodenhöft, Andreas Vieweg (Stadt), Daniel Ahrenbog (Polizei) , Klaus Rüger, Dieter Wieprecht (Stadt), Stadtbrandmeister Günther Brüning, Günter Klinge (Polizei) und Frank Beckmann (DRK). Foto: Gödecke

Die Stadt Northeim hat jetzt Details über die mögliche Evakuierung großer Teile der Kernstadt wegen der möglichen Räumung einer Bombe an Northeims Bahnhofsunterführung am Sonntag, 14. Juni, vorgestellt.

Northeim. Sollte der beauftragte Bautrupp in der Nacht zuvor auf eine Bombe treffen, dann sollen Sirenen am Sonntag, 14. Juni, um 8 Uhr die Bevölkerung zum Verlassen der Wohnungen aufrufen.

Betroffen sein werden dann etwa 7000 Einwohner vermutlich in einem Radius von einem Kilometer um den Verdachtspunkt im Gleiskörper auf der Brücke der Unterführung. Hier war eine Spezialfirma, die im Vorfeld der geplanten Sanierung der Unterführung den Bereich untersucht hat, auf ein verdächtiges Metallobjekt gestoßen.

Ob es sich um einen Blindgänger aus den Bombardierungen von 1944 und 1945 oder nur ein Stück Schrott aus früheren Zeiten ist, ist nach wie vor unklar und wird sich erst am Sonntag gegen 2 Uhr klären, wenn ein Bagger eine Grube gegraben und dann von Experten in drei Metern Tiefe die letzte Erdschicht über dem Objekt freigelegt haben wird.

„Wir gehen für uns von dem schlechtesten Fall aus und planen für die Bombenräumung“, sagte Jörg Dodenhöft, Erster Vertreter des Bürgermeisters und Leiter des für die Evakuierung eingesetzten Krisenstabs im Rathaus.

Hier geht man sogar davon aus, dass es sich nicht nur um eine Fünf-Zentner-Bombe handeln könnte, wie sie von Amerikanern seinerzeit oft eingesetzt wurden, sondern um eine 20-Zentner-Bombe. Bei den letzten Bombenentschärfungen im Northeimer Bahnhofsbereich 1994 hatte es sich nach Angaben von Günther Klinge von der Northeimer Polizei ebenfalls um 20-Zentner-Exemplare gehandelt.

Sollte es zur Evakuierung kommen, dann, so Klinge, werden zur Überprüfung, ob auch wirklich jedes Haus geräumt ist, Evakuierungstrupps, bestehend aus je zwei Feuerwehrleuten und einem Polizeibeamten die betroffenen Straßen abgehen und an jeder Haustür klingeln.

Informiert werden die Bewohner zusätzlich neben dem Sirenenalarm durch Lautsprecher- und Rundfunkdurchsagen sowie im Vorfeld durch ein Info-Blatt, das die Stadt allen betroffenen Haushalten zukommen lassen will. Zudem wird ab kommenden Montag ein Bürgertelefon geschaltet.

Mit Beginn der Evakuierung um 8 Uhr wird das Gebiet abgesperrt, auch der Linienbusverkehr wird eingestellt. Es fahren dann dort nur noch bis 10 Uhr Stadtbusse, die Einwohner kostenfrei herausbringen, wenn gewünscht ins Notquartier Thomas-Mann-Schule. Dort gebe es für die Einwohner Getränke, aber keine Verpflegung, sagte Frank Beckmann von der DRK-Bereitschaft.

Wann die Evakuierten wieder in ihre Wohnungen zurück dürfen, kann derzeit noch nicht gesagt werden. „Wir haben 14 Uhr als letzt mögliche Uhrzeit für die Bombenentschärfung angesetzt. Dann würde die Evakuierung auch den Nachmittag über andauern“, betont Erster Polzeihauptkommissar Klinge.

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