Northeimer Bahnbrücken  drei Jahre dicht: Handel erwartet Einbußen

Soll für drei Jahre voll gesperrt werden: Die Bahnunterführung am Northeimer Bahnhof. Foto: Mönkemeyer

Northeim. Die geplante Sanierung der Northeimer Bahnbrücken wird für die im Bereich des Bahnhofs angesiedelten Einzelhandelsunternehmen Umsatzeinbußen zur Folge haben.

Davon ist Joachim Vaupel, Geschäftsführer der Knobloch & Knebel Textilhandelsgesellschaft mbH, überzeugt.

„Ich rechne damit, dass wir pro Jahr etwa zehn Prozent weniger Umsatz haben werden, weil zum einen die Pendler fehlen werden, die auf ihrem Weg zum oder vom Bahnhof bei uns vorbei kommen, und zum anderen weil es drei Jahre lang keinen Durchgangsverkehr geben wird, von dem wir bislang auch profitieren“, sagt Vaupel.

Er appelliert an die Stadt Northeim, die betroffenen Unternehmen wie bereits angekündigt durch eine entsprechende großzügig gestaltete Beschilderung an der Umleitungsstrecke zu unterstützen und nach Möglichkeiten zu suchen, die Frist für die Vollsperrung zu verringern. Große Hoffnung hat er diesbezüglich aber nicht. „Wahrscheinlich müssen wir schon froh sein, wenn es bei den drei Jahren bleibt und es nicht noch länger dauert“, meint Vaupel.

Auch Günther Ansorge, der an der Northeimer Bahnhofstraße einen Fahrradhandel betreibt, stellt sich auf Umsatzrückgänge während der Bauphase ein. „Dass die Brücke saniert werden muss und dass es keine großen Alternativen zu einer Vollsperrung gibt, ist offensichtlich“, sagt Ansorge. „Schimpfen und Meckern bringt jetzt gar nichts. Wir müssen einfach sehen, dass wir das Beste aus der Situation machen.“

Ansorge hofft ebenfalls auf Unterstützung durch die Northeimer Stadtverwaltung - insbesondere in Bezug auf die Erreichbarkeit seines Geschäfts für die Laufkundschaft, wenn die Tiefbauarbeiten in der Bahnhofstraße beginnen.

Julian Hogreve, Betriebsstellenleiter des Northeimer Raiffeisenwarenhandel-Lagers teilt die Befürchtung, dass die Vollsperrung möglicherweise länger als drei Jahre dauern könnte und kann die Informationspolitik der Bahn nicht nachvollziehen. „Zuerst hieß es zwei Jahre, dann zweieinhalb und jetzt drei Jahre.“

Auch er geht davon aus, dass sich einige Kunden von der Vollsperrung abschrecken lassen und sich möglicherweise anders orientieren. „In welcher Größenordnung das sein wird, kann ich aber nicht abschätzen“, so Hogreve. „Wir hoffen auf unsere Kundenbindung.“

Eine große Umstellung für die Landwirte, die in der Erntezeit aus dem Bereich östlich von Northeim Getreide anliefern, sieht er nicht, denn die müssten auch jetzt schon aufgrund der Gewichtsbeschränkung den Weg über die Westtangente wählen.

„Vielleicht gewinnen wir ja sogar einige neue Kunden hinzu“, sagt Hogreve schmunzelnd und verweist darauf, dass die Fußgänger und Fahrradfahrer, die demnächst den geplanten Tunnel nutzen werden, direkt am Raiffeisenlager vorbei kommen werden.

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