Initiative will Northeimer Stadthalle nicht auf Kosten anderer retten

Stadthalle: Blick in den großen Saal. Die Schließung der Halle zum 30. April will die Bürgerinitiative verhindern. Foto:  Jelinek

Northeim. Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Stadthalle war zu Gesprächen im Innenministerium in Hannover, um den Spielraum auszuloten, den der Zukunftsvertrag bietet.

Die Bürgeriniative für den Erhalt der Stadthalle (BI) hat vorgeschlagen, einen Runden Tisch einzurichten, an dem über die Zukunft nicht nur der Stadthalle, sondern auch der Schuhwallhalle diskutiert wird. In einem Gespräch mit der HNA machten Vertreter der BI deutlich, dass sie den Weiterbetrieb und den dauerhaften Erhalt der Stadthalle nicht auf Kosten anderer erreichen wollen. „Das ist Konsens bei uns“, betonte Volker Behling von der BI.

Vertreter der BI waren beim Innenministerium in Hannover, um auszuloten, wie groß der Spielraum für eine Rettung der Stadthalle ist, den der Zukunftsvertrag lässt. Vertreter des Ministeriums hätten großes Verständnis für den Wunsch geäußert, die Halle zu retten, berichtet Siegfried Heyser von der BI. Sie hätten aber auch klar gemacht, dass die im Vertrag festgeschriebene Grenze, von der Summe aller städtischen Ausgaben nur drei Prozent für freiwillige Leistungen aufwenden zu dürfen, unverrückbar sei. Diese Regel gelte für alle Kommunen, die Zukunftsverträge mit dem Land geschlossen und dafür Entschuldungshilfen erhalten hätten.

Nach Heysers Worten haben die Gesprächspartner im Ministeriums betont, eine Änderung des Zukunftsvertrages, in dem die Schließung der Stadthalle als Konsequenz festgeschrieben ist, sollte kein privater Betreiber gefunden werden (was bisher nicht gelungen ist), sei möglich. Voraussetzung für eine Änderung des Vertrages sei, es gebe ein schlüssiges Konzept, wie ein Weiterbetrieb der Stadthalle finanziell zu stemmen ist - beispielsweise durch

• Einsparungen bei anderen freiwilligen Leistungen (was die BI ablehnt);

• Gründung einer GmbH oder Genossenschaft, die Verwaltung und Betrieb der Stadthalle übernimmt; oder

• durch Sponsoren, die sich an den Betriebskosten des Halle beteiligen.

Intensive Vermarktung 

Die BI hält es auch für notwendig, dass ein neuer Betreiber die Halle übernimmt und intensiver vermarktet als bisher. Ein Förderverein könnte einen Betreiber unterstützen, dürfte aber nicht ins Tagesgeschäft eingebunden sein.

Weil auch das kurzfristige Ziel der BI, der Weiterbetrieb der Halle über den 30. April nächsten Jahres hinaus, wegen der Brandschutzmängel kaum ohne Investitionen in die Halle möglich sein wird, dringt die BI außerdem darauf, das Gutachten des Brandschutzbeauftragten des Landkreises von der Stadt zu erhalten. Denn in der BI gebe es einige Mitglieder, die kompetent seien, auf Basis des Gutachtens günstige Lösungen zu entwickeln, sagte Heyser: „Wir wollen konstruktiv an auch unkonventionellen Lösungen mitarbeiten.“

Dabei geht die BI davon aus, dass nicht alle Mängel sofort behoben werden müssen. (ows)

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