Landkreise Northeim, Göttingen und Holzminden wollen mehr Geld in den Verkehrsverbund stecken

Busfahren in Südniedersachsen soll billiger werden

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Bus am Northeimer Bahnhof.

Northeim – Busfahren soll günstiger werden. Das geht aus dem Entwurf der neuen Tarifstruktur des Zweckverbandes Verkehrsverbund Südniedersachsen hervor, über den der Northeimer Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Verkehr am Montag, 17. Februar, beraten will.

Folgende Neuerungen, die ab dem 1. August gelten sollen, sind laut der Beratungsunterlagen für die Sitzung unter anderem geplant:

-  Die Deckelung des Preises für Einzelfahrten auf 5 Euro, um längere Fahrten kostengünstiger zu machen.

-  Die Anhebung des Kinderrabatts auf 50 Prozent des Normaltarifs.

- Ein Sozialticket für 35 Euro pro Monat für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger, zur Nutzung aller Strecken im Verbandsgebiet.

- Ein Seniorenticket für 59 Euro pro Monat, das auch im gesamten Verbundgebiet gilt.

- Ein Jugendfreizeitticket für 15 Euro/Monat, das jeweils nachmittags, an Wochenenden und in den Sommerferien gelten soll.

- Das 2-Wege-Azubi-Abonnement: Auszubildende können damit Karten für die Fahrten zum Ausbildungsbetrieb und zur Berufsschule zum jeweils günstigeren Preis bekommen.

Eine kostenlose Schülermonatskarte für Schüler ab Klasse 11 wird es dagegen nicht geben. Das hätten die Landkreise finanziell nicht tragen könne, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Northeimer Kreistag, Uwe Schwarz. Deshalb hätten die Landkreise Göttingen und Holzminden ihre Zustimmung dazu verweigert.“ Aber durch die Preissenkung mit der neuen Tarifstruktur seien künftig auch die Fahrten für die betroffenen Schülerinnen und Schüler günstiger.

Uwe Schwarz, SPD-Fraktionschef

Durch die Veränderungen im Tarifsystem kommen auf die beteiligten Landkreise auch ohne die kostenlose Monatskarte für Schüler der Sekundarstufe 2 deutliche Mehrkosten zu. Für den Landkreis Northeim schlagen sie mit 1,6 Millionen Euro pro Jahr zu Buche, für den Landkreis Göttingen (mit der Stadt Göttingen) mit 3,7 Millionen Euro und für den Landkreis Holzminden mit 600 000 Euro. 

Nach Einführung der neuen Tarifstruktur im Verkehrsverbund Südniedersachsen, die zuvor von den Kreistagen in Northeim, Göttingen und Holzminden gebilligt werden muss, soll es zwei Jahre lang keine Anhebungen der Fahrkartenpreise geben, heißt es in den Beratungsunterlagen für den Kreistags-Verkehrsausschuss. 

Die neuen Preise sollen im August dieses Jahres in Krafttreten. Durch die neue Tarifstruktur erhofft sich der Verkehrsverbund Südniedersachsen jährlich rund eine halbe Million mehr Fahrten, also Nutzungen der Busse im Gebiet des Verkehrsverbundes zwischen Hann. Münden und Bad Gandersheim, Bodenfelde und Walkenried. Das wäre eine Zunahme von 3,3 Prozent. 

Während laut Prognose Fahrten mit Einzelfahrscheinen um 461 000 zurückgehen werden, sollen rund eine Million Fahrten mehr als bisher von Besitzern von Zeitkarten anfallen, allein durch das Sozialticket, das sozial Schwachen mehr Mobilität ermöglichen soll, kalkulieren die Tarifplaner mit 320 000 Fahrten. Den höchsten Zuschussbedarf erwarten die Planer der neuen Tarifstruktur für das Sozialticket. 

Ein Defizit von 2,8 Millionen Euro, so die Kalkulation, wird das Ticket bringen, das die Landkreise mit ihren Zuschüssen ausgleichen müssen.

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