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Northeimer Campingplatz vor Verkauf?

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Von: Axel Gödecke

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Idyllisch am Berghang gelegen: Der Campingplatz Northeim. Er zeichnet sich auch durch einen vielfältigen und schattenspendenden Baumbestand aus, im Hintergrund der Biergarten.
Idyllisch am Berghang gelegen: Der Campingplatz Northeim. Er zeichnet sich auch durch einen vielfältigen und schattenspendenden Baumbestand aus, im Hintergrund der Biergarten. © Hubert Jelinek

Soll die Stadt Northeim ihr bislang verpachtetes Campingplatzgelände am Sultmer verkaufen oder doch lieber behalten, um weiter Einfluss auf die Nutzung zu haben?

Northeim – Das ist derzeit Thema in den Gremien des Stadtrats. Der Finanzausschuss vertagte die Entscheidung erst einmal.

Hintergrund ist, dass die bisherige Pächterin, Runa Baumanns, die den Platz 2014 für 30 Jahre gepachtet hat und auch schon das Grundstück mit den festen Gebäuden an der Einfahrt besitzt, die 4 Hektar große Fläche gern kaufen möchte.

Runa Baumanns Campingplatz-Pächterin
Runa Baumanns Campingplatz-Pächterin © Mönkemeyer, Niko

Kritik am Verkauf, aber auch an der eilig von der Verwaltung angesetzten Entscheidung kam sowohl von den Grünen und der FDP als auch der CDU im Finanzausschuss. Markus Krohn (Grüne) bemängelte – wie auch seine Ausschusskollegen Eckhard Ilsemann (FDP) und Stephan Bokelmann (CDU) – dass sich die Fraktionen erst einmal eine Meinung bilden müssten. Das sei bislang nicht möglich gewesen.

Das Thema müsse erst im Stadtentwicklungsausschuss debattiert werden. Auch am von der Stadt per Wertgutachten ermittelten Kaufpreis von 237 000 Euro bei einem Quadratmeterpreis von 5,90 Euro störte sich Krohn: „Das ist viel zu wenig. Das ist nicht irgend ein Stück Acker, sondern wir verscherbeln hier unser Tafelsilber.“

Dass noch Beratungsbedarf bestehe, räumten auch die SPD-Vertreter ein, allerdings gab Michael Wolf zu bedenken, dass Eigentümer stets mehr motiviert seien, in eine eigene Immobilie zu investieren als in eine gepachtete.

Der Ausschuss ließ nach einem Gleichstand bei der Abstimmung auf Absetzung des Punktes auch Platzpächterin Runa Baumanns zu Wort kommen. Sie betonte, dass sie den Campingplatz 2014 quasi „als Brache“ übernommen und seitdem 780 000 Euro sowohl in die Gestaltung als auch unter der Erde in Anschlüsse investiert habe.

Jetzt wolle sie weitere 250 000 Euro in die Hand nehmen, um das Sanitärhaus zu modernisieren und einen neuen Spielplatz aus Holz anzulegen. „Noch eine Viertelmillion in ein Pachtgelände investieren möchte ich aber nicht.“

Der Finanzausschuss entschied nicht, sondern vertagte den Punkt.

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