Bewährungsstrafe

Cannabis-Plantage in Kellerwohnung: Keine Haft für Hanf-Züchter

Northeim. Mit einer Bewährungsstrafe ist ein 29-Jähriger Northeimer davongekommen, der in seiner Wohnung eine Cannabis-Plantage betrieben hat.

Das Northeimer Amtsgericht verurteilte ihn jetzt wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in einem minderschweren Fall zu sieben Monaten auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Im Februar 2015 waren in der Kellerwohnung des Angeklagten in Northeim zwei Hanfplantagen mit 56 Cannabispflanzen sichergestellt worden.

Der Angeklagte zeigte sich während des Verfahrens geständig und gab die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Schöffengericht ohne Umschweife zu. Er habe die Pflanzen in seiner Wohnung gezüchtet, diese seien jedoch nicht für den Straßenverkauf gedacht gewesen, sondern für seinen „erweiterten Freundeskreis“. Eine physische oder psychische Abhängigkeit vom Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) bestritt der Angeklagte.

Die von dem Beschuldigten betriebene Plantage ordnete das Gericht als professionell ein. So verfügte sie unter anderem über Lüftungs- und Lichtanlagen, um optimales Wachstum der Pflanzen zu generieren.

Urteil folgt der Forderung der Staatsanwaltschaft

Mit seinem Urteil folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte für eine Freiheitsstrafe knapp über dem Mindeststrafmaß für minderschwere Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz plädiert. Dieses liegt bei drei Monaten.

Der Verteidiger hatte für eine Haft von sieben Monaten auf Bewährung plädiert, da der Angeklagte geständig gewesen sei und ein erhebliches Maß an Engagement zur Klärung der Tat aufgebracht habe.

Knapp über dem Grenzwert

Zudem lag die sichergestellte Wirkstoffmenge an THC nur knapp über dem Grenzwert für Betäubungsmittelvergehen in nicht geringer Menge. Bei Cannabis liegt der Grenzwert bei 7,5 Gramm THC. Bei den Pflanzen des Angeklagten wurden etwas mehr als acht Gramm THC insgesamt festgestellt.

Darüber hinaus liege der Vorfall inzwischen schon zwei Jahre zurück und der 29-Jährige habe sich seitdem nichts mehr zu Schulden kommen lassen.

In seiner Urteilsbegründung betonte auch das Gericht, dass der Angeklagte sich während des gesamten Verfahrens kooperativ gezeigt habe und ansonsten ohne Vorstrafen sei.

Dennoch appellierte es an den Angeklagten, sich im Falle einer Suchterkrankung Hilfe zu holen, da Drogensucht immer zu erneuter Kriminalität führe. (ycw)

Rubriklistenbild: © dpa

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