Northeimer CDU möchte Stele

Sponsor will in Hindenburgstraße Aufstellung bezahlen

Die Hindenburgstraße in Northeim ist weiterhin Anlass für Diskussionen, nicht nur auf politischer Ebene. Jetzt hat die CDU-Ratsfraktion die Aufstellung einer Erinnerungsstele vorgeschlagen. archiv
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Die Hindenburgstraße in Northeim ist weiterhin Anlass für Diskussionen, nicht nur auf politischer Ebene. Jetzt hat die CDU-Ratsfraktion die Aufstellung einer Erinnerungsstele vorgeschlagen. (Archivfoto)

Die Northeimer Hindenburgstraße ist weiter Thema in der politischen Diskussion – nachdem der Northeimer Stadtrat in seiner vorigen Sitzung mit Mehrheit gegen die von Grünen und SPD beantragte Umbenennung gestimmt hatte (HNA berichtete).

Northeim – Die CDU-Fraktion hat nun allerdings einen Vorschlag eines Anwohners der Hindenburgstraße aufgegriffen, der 5000 Euro für die Errichtung einer sogenannten Erinnerungsstele spendieren will, auf der über das Wirken Hindenburgs vor allem im Zusammenhang mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler im Jahr 1933 informiert werden soll.

Ein entsprechender Antrag wurde von der CDU an Bürgermeister Simon Hartmann gestellt.

Die Verwaltung solle das Thema im nächsten Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur auf die Tagesordnung setzen.

Gleichzeitig solle die Verwaltung Vorschläge zur optischen und textlichen Gestaltung der Stele sowie zu einem Standort unterbreiten.

Dazu gab es auch gleich einen Vorschlag von der CDU: Die Abzweigung von der Hindenburgstraße in die Raustraße, die nach Auffassung der Christdemokraten täglich von vielen Menschen auf dem Weg zur Schule oder in die Stadt genutzt werde.

Doch gegen den CDU-Vorschlag und damit auch gegen den Antrag regt sich Widerstand bei den Sozialdemokraten, wie SPD-Ratsherr Berthold Ernst in einer Mitteilung betont. Aus seiner Sicht beantrage die CDU faktisch, dass die Stadt Northeim ein Denkmal mit Spendenmitteln für Hindenburg errichten soll. Mit Verständnis für grundsätzliche Vorbehalte gegen die Umbenennung der Hindenburgstraße gebe der Versuch, den Namen Hindenburg auf einer Stele erläutern zu wollen, der gesamten Angelegenheit eine neue, für ihn sogar erschreckende Dimension: „Was soll auf dieser Stele stehen, was soll erläutert werden? Natürlich mit Sicherheit die bekannte Steigbügelhalterfunktion des erzkonservativen Reichspräsidenten Hindenburg. Dazu gehört dann aber auch, dass die unrühmlichen, besser die verbrecherischen Aktivitäten als verantwortlicher Militärführer im Ersten Weltkrieg erläutert werden“, so Ernst.

Hindenburg sei nicht nur Steigbügelhalter für die Nazis, sondern auch ein Kriegsverbrecher gewesen.

„Oder was wollen die CDU-Fraktion und der Sponsor dort lesen? Die verherrlichende Betrachtungsweise des Feldmarschalls, wie sie ultrakonservative Kreise immer pflegen?“

Da auf dieser Stele die Wahrheit über Hindenburg stehen müsse, dränge sich für Ernst auch die Frage auf, ob die Anlieger der Hindenburgstraße es wirklich lustig fänden, in einer Straße zu wohnen, die nach einem Kriegsverbrecher benannt worden sei.  (kat)

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