Chef-Volkswirt der Deka-Bank: Lage ist besser als die Stimmung

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Zeigte sich optimistisch: Chef-Volkswirt Dr. Ulrich Kater (rechts), hier mit KSN-Vorstandsmitglied Axel Bensemann.

Northeim. Optimismus, was die wirtschaftlichen Aussichten angeht, versprühte der Chef-Volkswirt der Deka-Bank Dr. Ulrich Kater bei einem Vortrag in den Räumen der Kreis-Sparkasse Northeim.

Es gebe zwar derzeit Verunsicherungen in der Wirtschaft, von einer Rezession in Deutschland könne aber keine Rede sein. Das war eine der Kernaussage des Chef-Volkswirts der Deka-Bank, Dr. Ulrich Kater, den die Kreis-Sparkasse Northeim mittlerweile zum fünften Mal eingeladen hatte, um vor 130 ausgesuchten Kunden des Geldinstituts über die Perspektiven der deutschen und europäischen Wirtschaft zu sprechen.

„Im Frühjahr war die Stimmung besser als die Lage, jetzt ist die Situation genau umgekehrt“, fuhr der Wirtschaftsexperte fort. „Was wir jetzt auch an der Börse erleben, ist nur die Enttäuschung über zu hohe Erwartungen.“

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Kater prophezeit, dass innerhalb der nächsten sechs Monate der DAX-Leitindex an der Frankfurter Börse (derzeit bei 8900) wieder deutlich über 9000 Punkten liegen, möglicherweise die 10.000-er Schwelle wieder überschreiten werde.

Schon jetzt sei die wirtschaftliche Erholung spürbar, fuhr der Manager fort. Leider reiche das Wachstum aber nicht aus, um europaweit die Arbeitslosigkeit zu senken.

Dies werde voraussichtlich noch fünf Jahre dauern. Bis dahin könnten die zu hohe Verschuldung und bürokratische Hemmnisse bei den europäischen Nachbarn, die den wirtschaftlichen Aufschwung bremsen, zurückgefahren werden.

Etwas Geduld haben müsse man auch bei der Zinsentwicklung, fuhr der Deka-Bank-Chef-Volkswirt fort. Solange die Verschuldung in Europa so hoch wie derzeit sei, müssten auch die Zinsen so niedrig bleiben. Konkret sagt Kater eine noch mindestens fünf Jahre andauernde Niedrigzinsphase voraus. Aber auch danach würde der Zinssatz nur moderat steigen und nicht mehr Rekordhöhen von acht oder gar zehn Prozent erreichen, wie noch Anfang der 1990-er Jahre.

Anlegern rät Kater, direkt ihr Geld der Wirtschaft zu geben und Aktien beziehungsweise Fondsanteile zu kaufen. Dies allerdings nur dann, wenn es um Langfristanlagen von mindestens zehn oder mehr Jahren gehe. „Wenn es um die Alterssicherung oder das Familienvermögen geht, dann ist das der richtige Weg.“

Sparer, die kurzfristig Geld anlegen wollen, haben bei Zinssätzen um die 0,5 Prozent für Tagesgeld indes derzeit schlechte Karten. (goe)

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