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Verpackungshersteller verkauft Industriegüterbereich

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Von: Olaf Weiss

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Der Thimm-Hauptsitz in Northeim: Dort und an den anderen verbleibenden Standorten setzt das Unternehmen nun vollständig auf den Konsumgüterbereich. Archiv
Der Thimm-Hauptsitz in Northeim: Dort und an den anderen verbleibenden Standorten setzt das Unternehmen nun vollständig auf den Konsumgüterbereich. Archiv © Hubert Jelinek

Die Thimm-Gruppe trennt sich von seinem Industriegüterbereich. Wie der Verpackungshersteller am Dienstag mitteilte, verkauft er sein Tochter-Unternehmen Thimm Packaging Systems an die japanische Rengo-Gruppe.

Northeim – Der Verkauf ist nach Mitteilung des Unternehmens Teil der Neuausrichtung. Thimm will sich künftig vollständig auf die Konsumgüterindustrie ausrichten. Dafür plant Thimm in den kommenden fünf Jahren Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro in Automatisierung, Digitalisierung, Modernisierung und den Ausbau aller Standorte (HNA berichtete).

Für die nächste Wachstumsphase im Industriegüterbereich haben sich laut Thimm die Marktanforderungen rasant verändert, speziell im Automobilsektor. Um hier weiter wachsen zu können, sei eine globale Produktions- und Distributionsaufstellung zwingend erforderlich.

In Deutschland gehört laut Thimm die Tricor Packaging & Logistics AG mit Hauptsitz in Bad Wörishofen zum Rengo-Netzwerk. Thimm und Tricor seien seit vielen Jahren als Unternehmen partnerschaftlich verbunden. „Wir sehen in Bezug auf eine weltweite Expansion für unsere Thimm Packaging Systems deshalb gemeinsam mit dem Industriegüterspezialisten Tricor die besten Perspektiven für das Unternehmen und die Mitarbeitenden. Das passt perfekt zusammen“, sagt Mathias Schliep, Vorsitzender der Thimm-Geschäftsführung.

Mathias Schliep
Mathias Schliep © THIMM

Zur Höhe des Verkaufspreises haben beide Unternehmen Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme erfolgt laut Pressemitteilung nach Genehmigung durch das Bundeskartellamt, welche innerhalb der nächsten Wochen erwartet wird.

„Mit dem Verkauf fließen uns weitere Mittel zu, die eine neue, unabhängige Finanzierungsstrategie für den ehrgeizigen Ausbau des Konsumgütergeschäftes ermöglichen“, erklärte Schliep. „Bis zum Jahr 2030 planen wir, unseren Umsatz zu verdoppeln.“ Der bisherige Industriegüterbereich der Thimm-Gruppe gehörte seit 1993 zum Familienunternehmen und erzielte im vergangenen Jahr mit 187 Millionen Euro rund ein Viertel (27 Prozent) des Gesamtumsatzes der Thimm-Gruppe. (Olaf Weiss)

Acht Standorte vom Verkauf betroffen

Thimm Packaging Systems beschäftigt 1075 Mitarbeiter an acht Standorten in Deutschland und Tschechien – nämlich in Bremen, Duisburg, Germersheim, Neuburg an der Donau, Nordhausen, Serba (bei Jena) und Viernheim sowie Chotetov (Tschechien). Die Thimm Gruppe hat bisher 3600 Beschäftigte an 21 Standorten in Deutschland, Frankreich, Polen, Rumänien und Tschechien und erwirtschaftete im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von rund 698 Millionen Euro. (ows)

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