Comedy-Star Karl Dall begeisterte Fans in der Stadthalle Northeim

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Ließ seine Karriere Revue passieren: Karl Dall setzte in der Kreisstadt auf Interaktion mit dem Publikum.

Northeim. Ein langer Schlacks ist der inzwischen 75 Jahre Comedy-Star Karl Dall immer noch, nur etwas gebeugt, und die wenigen verbliebenen Haare sind endgültig weiß.

Sein Markenzeichen aber, das hängende rechte Auge, und sein sarkastischer, schlagfertiger Humor machen ihn noch immer unverwechselbar.

Gerne ließen sich seine inzwischen ebenfalls in die Jahre gekommenen Fans von Karl Dall in der Northeimer Stadthalle auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitnehmen. Kokett überschrieben war das Programm mit dem Titel „Der alte Mann will noch mehr“. Dall: „Ist noch jemand hier, der älter ist als ich?“ - „Wenig Haare bedeuten nicht, dass man alt ist. Man kann sie aber als Werbefläche vermieten.“

Grundlage des Abends bildeten neu synchronisierte Filmschnipsel, mit denen Karl Dall seine Karriere Revue passieren ließ - immer mit dem passenden Spruch dazu. Er als Mini-Komparse im Spielfilm „Winnetou 1“, später mit der unvergessenen Blödelgruppe „Insterburg und Co“, die ganze Teenager-Horden träumen ließen „Ich liebte ein Mädchen in…“ Mit Ingo Insterburg hat er heute noch Kontakt.

Die Rezepte, die einst in Funk und Fernsehen funktionierten, passten auch in der Northeimer Stadthalle durchaus, etwa die Überraschungs-Telefonanrufe bei Verwandten und Freunde der Zuschauer inclusive kommentarlosen Auflegens. Oder die Einbindung eines Zuschauers als Pianisten, in diesem Fall von Dieter Berlin, der, wie er in der Pause erzählte, nur zufällig mit in den Auftritt des Blödelbarden gekommen war. In die hatte Karl Dall die Zuschauer zuvor selbstironisch mit dem Satz entlassen: „Saufen Sie sich die nötige Primitivität für den zweiten Teil an.“

Die zweite Hälfte krönte der Comedy-Star mit Hans Albers Hit „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ - erstaunlicherweise mal ohne Veralberung. Mit einem „Bye, bye“ und dem Hinweis, Northeim sei sein vorletzter Termin bei dieser Tournee verabschiedete er sich in Richtung Neubrandenburg.

Und die Zuschauer nahmen das Gefühl mit: Auch ein ewiger Klassenclown kommt in die Jahre, aber einfach schön, dass es ihn gibt.

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