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Schock bei Conti in Northeim: 300 Mitarbeiter betroffen

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Von: Axel Gödecke

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Der Continental-Standort Northeim: Das Luftbild zeigt zentral die Hallen, in denen die vier Contitech-Werke produzieren. Auch an der B 3 (ganz links) ist Contitech mit seinem Transportband-Servicecenter zu finden. Archiv
Der Continental-Standort Northeim: Das Luftbild zeigt zentral die Hallen, in denen die vier Contitech-Werke produzieren. © Axel Gödecke

Die Schlauchfertigung bei Contitech in Northeim mit 300 Mitarbeitern soll bis Ende 2024 geschlossen werden.

Northeim – Schock für die Belegschaft von Contitech Northeim: Am Freitag um 9 Uhr teilte der Mutterkonzern Continental der Belegschaft in einer Betriebsversammlung mit, dass er die Schlauch GmbH als eine von vier Gesellschaft am Contitech-Standort Northeim bis Ende 2024 schließen will. Rund 300 Stellen sollen wegfallen.

Hintergrund: Conti will angesichts von Überkapazitäten bei Gummischläuchen für die auslaufenden Verbrennermotoren das Schlauchgeschäft neu aufstellen. Die Standorte Waltershausen, Korbach und Oedelsheim sollen laut Philip Nelles, Leiter Unternehmensbereich Contitech, zu „Kompetenzschwerpunkten“ für die Fertigung von Schlauchleitungsanwendungen in der Automobilbranche entwickeln. Dabei fallen die Schlauch-Produktionsstandorte Northeim (300 Mitarbeiter) und auch Hann. Münden (350) hinten runter.

Conti in Northeim: Mitteilung zur Schließung kommt für Mitarbeiter überraschend

In Northeim wolle man sich auf die Produktion von Transportbandsystemen, Elastomer-Beschichtungen, Präzisionsdichtungen und Formteilen für Bremse, Lenkung und Achsen konzentrieren, die in den übrigen drei Gesellschaften gefertigt werden. In Northeim sollen nach Abschluss der angekündigten Maßnahmen nur noch 1350 Mitarbeiter beschäftigt sein. Heute sind es 1650.

Für die Belegschaft in Northeim sei die Schließungsmitteilung am Freitag überraschend gekommen und ein Schock, sagt Betriebsratsvorsitzender Ingo Henne der HNA. Sie sei am Donnerstag in einer Aufsichtsratsitzung von Continental in Hannover vom Vorstand verkündet worden. Zwar, so Henne, habe es im Frühjahr Gespräche mit der Geschäftsführung über Stellenabbau in allen fünf Schlauchwerken gegeben. Da sei aber nur von 140 Mitarbeitern und nicht von Werksschließungen die Rede gewesen.

Continental in Northeim: Einen Hoffnungsschimmer gibt es noch

Der Betriebsratschef: „Wir fordern das Management auf, alle Mitarbeiter in den anderen Gesellschaften in Northeim weiterzubeschäftigen.“ Dies sei auch so in der Belegschaftsversammlung kommuniziert worden. Ein Hoffnungsschimmer: Die Personalleitung hat sich laut Henne in der Versammlung auch zu Verhandlungen darüber bereit erklärt.

Protestiert hat auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE). Sie wirft Continental einen personellen Kahlschlag in Südniedersachsen vor, zumal insgesamt mit dem ebenfalls auf der Schließungsliste stehenden Werk in Hann. Münden 650 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Gewerkschaftssekretär Mathias Heiden spricht von einem „Offenbarungseid für die Transformationskompetenz bei Contitech“. Betriebsbedingte Kündigungen müssen verhindert werden. (Axel Gödecke)

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