ContiTech: Northeim wird Transportband-Weltzentrale

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Das Conti-Gelände in Northeim: Das Luftbild zeigt den Industriekomplex von ContiTech in der Südstadt. In ihm produzieren vier ContiTech-Gesellschaften. Ganz vorn im Bild ist das Transportband-Werk, das fast die Hälfte der großen Halle einnimmt.

Northeim/Hannover. Der Continental-Konzern hat jetzt den Kauf das amerikanischen Kautschukunternehmen Veyance Technologies in Fairlawn/Ohio perfekt gemacht.

Zuvor hat am 29. Januar auch die brasilianische Kartellbehörde der Transaktion unter Auflagen zugestimmt. Von dem 1,4 Milliarden-Euro-Deal profitiert auch der ContiTech-Standort Northeim.

Da der US-Konzern im amerikanischen Markt zu den größten Fördergurtherstellern gehört, will Continental das gemeinsame Geschäft der Transportbandsysteme künftig zentral von der Tochter ContiTech in Northeim aus steuern. Das hatte ContiTech bereits vor Monaten bekannt gegeben. Von der Rhumestadt aus würden dann nicht nur 4000, sondern mehr als 8000 Mitarbeiter weltweit gesteuert.

Veyance betreibe nämlich bislang Transportbandwerke unter anderem in den USA, Brasilien, Mexico, Südafrika und China. In Northeim, wo im Transportband-Werk etwa 600 Mitarbeiter tätig sind, würden verwaltungstechnisch die Fäden für diesen Unternehmenssektor zusammenlaufen. Wie viele Arbeitsplätze im Management dies für die Zentrale in Northeim bringe, kann ContiTech noch nicht sagen.

Mit dem bedeutendsten Zukauf seiner jüngeren Firmengeschichte stärke Continental sein weltweites Industriegeschäft, heißt es in einer Pressemitteilung der Konzernzentrale in Hannover.

27 Werke im Paket

Der US-Konzern Veyance sei im Bereich Kautschuk- und Kunststofftechnologie weltweit tätig und erzielte 2013 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, davon 90 Prozent im Industriegeschäft. In den 27 Werken weltweit sind etwa 8500 Mitarbeiter beschäftigt.

Da der Produkt-Schwerpunkt auf Fördergurten, Schläuchen und Antriebsriemen liege, werde Veyance der Continental-Tochter ContiTech zugeordnet, heißt es. ContiTech und Veyance kämen gemeinsam auf 5,4 Milliarden Euro Umsatz (Bezug: 2013) und werden weltweit 38 000 Mitarbeiter beschäftigen.

Etwa die Hälfte des Umsatzes erziele Veyance Technologies in den USA. Weitere wichtige Märkte seien laut Conti-Mitteilung Lateinamerika, Afrika, China und andere Länder Asiens.

Den Zukauf habe Continental vollständig aus liquiden Mitteln und verfügbaren Krediten finanziert, sagte Continental-Vorstandsvorsitzender Dr. Elmar Degenhart in Hannover. Veyance werde sofort einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis liefern. „Veyance ergänzt ContiTech in Märkten, in denen wir bislang noch unterrepräsentiert waren“, ergänzte ContiTech-Chef und Continental-Vorstandsmitglied Heinz-Gerhard Wente.

Teilverkauf musste sein

Wegen der Bedeutung des Zukaufs hatten Kartellbehörden weltweit in den vergangenen elf Monaten den Kauf und seine Auswirkungen auf die jeweiligen Märkte untersucht. Um geäußerten Bedenken zu begegnen, wird Continental das Veyance-Luftfedergeschäft in Nord- und Mittelamerika sowie das Veyance-Stahlseilfördergurtgeschäft in Brasilien verkaufen. Davon sind 600 Mitarbeiter betroffen. (goe)

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