Protest gegen das Land

Corona-Lockerungen: Auch das Kino in Northeim fühlt sich vergessen

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Hoffen auf den baldigen Start auch in Northeim: Kino-Betreiber Torben Scheller (links) und Theaterleiter Patrick Ahrens hängen das Programm für das Filmfestival „Zurück ins Kino“ aus.

Die Kinos in Niedersachsen fühlen sich von der Landesregierung vergessen, wenn es um Corona-Lockerungen geht. Auch das Kino in Northeim klagt. 

Mit einem Filmfestival unter dem Motto „Zurück ins Kino“ wollte Torben Scheller, Inhaber der Neuen Schauburg, bereits ab Donnerstag, 11. Juni, dem Northeimer Traditionskino nach der coronabedingten Zwangspause wieder Leben einhauchen. Aber daraus wurde nichts, denn Niedersachsen ist das einzige Bundesland, in dem es bislang immer noch keinen Termin für die mögliche Wiedereröffnung der Kinos gibt.

„Vor einigen Wochen gab es das Gerücht, dass die Öffnung der Kinos bereits für den 8. Juni angepeilt war“, sagt Scheller. „Deshalb haben wir kurzfristig ein Programm zusammengestellt und drucken lassen, um uns auf diesen Termin vorzubereiten.“ Dieses Programm enthalte jetzt natürlich Termine, die leider doch nicht möglich sein werden, beschreibt Scheller die Situation. Neben der Schauburg betreibt er noch vier weitere Kinos. „Leider alle in Niedersachsen.“

Hoffen auf erfolgreiche Klagen

Nun hofft er darauf, dass die Kinos aus Osnabrück und Braunschweig, die gegen die Regelung Klage eingereicht haben, erfolgreich sein werden. „Bei den Fitnessstudios hat das ja dazu geführt, dass sie wieder geöffnete werden durften.“ Der nächste Termin, der inoffiziell im Gespräch sei, sei der 22. Juni. „Dann könnten wir wenigstens noch einen Teil unseres Filmfestivals realisieren.“

Ein großes Problem für die niedersächsischen Kinos sei die im Vergleich zu anderen Bundesländern geringere Unterstützung. „In Berlin gab es pro Kino 50 000 Euro aus der Filmförderung. In Niedersachsen gerade mal 3000 Euro. Davon kann ich nicht mal die Miete bezahlen.

„Erlaubt ist, dass wir in die Eckkneipe dürfen, wir im Flieger eng an eng sitzen, eine Busreise machen können, im Fitnessstudio die gleiche Luft atmen“, gibt Scheller zu bedenken. „Man kann den Eindruck gewinnen, dass Kleinkunst, Kultur und Kino in Niedersachsen von der Infektionsgefahr her behandelt werden wie Bordellbetriebe.“

Dabei sei die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in den Kinos überhaupt kein Problem. Scheller kann daher die Haltung der niedersächsischen Landesregierung nicht nachvollziehen und ist enttäuscht von der Politik,

Für kleine Programmkinos wie die Schauburg sieht Scheller eine größere Chance, schnell wieder Fuß zu fassen. Die großen Kinos seien auf Blockbuster angewiesen, die nur in die Kinos kämen, wenn vor allem in den USA die Einschränkungen für Kinos gelockert würden.

In 15 Bundesländern gibt es schon Kino-Regelungen

Die Öffnung von Kinos ist in Hessen und Sachsen schon seit dem 15. Mai wieder gestattet. Es folgten das Saarland und Schleswig-Holstein (18. Mai), Mecklenburg-Vorpommern (25. Mai), Rheinland-Pfalz und Hamburg (27. Mai), Sachsen-Anhalt (28. Mai), Nordrhein-Westfalen (30. Mai), Baden-Württemberg (1. Juni) und Brandenburg (6. Juni). In Bremen ist der Betrieb ab 12. Juni möglich, in Thüringen ab 13. Juni, in Bayern ab 15. Juni und in Berlin ab 30. Juni.

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