Arbeiten im Krankenhaus 

Corona: Ohne Maske kommt keiner rein in die Northeimer Helios Klinik

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Das Helios Krankenhaus in Northeim: Infolge der Corona-Pandemie haben sich die Arbeitsabläufe in der Klinik stark verändert. 

Arbeiten im Notstand: Im Helios-Krankenhaus in Northeim. Was die Corona-Pandemie für die Mitarbeiter in der Klinik bedeutet. 

  • Corona-Krise sorgt für viele Sondermaßnahmen im Helios-Krankenhaus
  • Neue Patienten werden auf Corona getestet
  • Das gesamte Personal muss spezielle Hygienemaßnahmen einhalten

Die Corona-Pandemie hat für die Mitarbeiter des Northeimer Helios-Krankenhauses, Patienten und deren Angehörigen erhebliche Veränderungen gebracht.

Wie sich die Arbeit für Ärzte, Schwestern und Pfleger verändert hat, erläutern wir in Fragen und Antworten.

Kann ein ambulanter Patient, der in die Notaufnahme will, einfach so das Krankenhaus betreten?

Nein, sagt Dr. Hermann Röming, der Ärztliche Leiter der Notaufnahme. Jeder Patient wird nach seinen Worten zunächst einem klinischen Screening unterzogen. Wer eigenständig zur Klinik kommt und Krankheitszeichen hat, darf das Haus erst betreten, nachdem diese Risikobewertung erfolgt ist und sie oder er einen Mund-Nasen-Schutz erhalten hat und eine gründliche Händedesinfektion erfolgt ist. Für Patienten, die vom Rettungsdienst gebracht werden, gibt es eine Isolationsschleuse, durch die sie direkt von außen in einen abgetrennten Bereich gebracht werden können. So soll sichergestellt werden, dass sowohl die Untersuchung als auch die stationäre Behandlung von Corona-Verdachtsfällen und -Infizierten räumlich getrennt von anderen Patienten erfolgt.

Wird zurzeit mit Patienten, die stationär aufgenommen werden, anders umgegangen als vor Corona?

Vor der stationären Aufnahme wird nach Römings Worten von allen Patienten ein tiefer Rachenabstrich genommen, eine Prozedur, die viele als sehr unangenehm empfinden.

Geht im Krankenhaus nur noch um Corona?

„Natürlich gibt es auch in Zeiten von Corona akute Krankheitsbilder und Verletzungen, die auch weiterhin ganz normal behandelt werden müssen“, betont der Chef der Notaufnahme. Insgesamt kommen nach seinen Angaben derzeit aber weniger Patienten mit leichteren Beschwerden als sonst in die Notaufnahme.

Haben sich vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes Abläufe verändert?

Der Pandemieplan des Landes Niedersachsen ist im Helios-Krankenhaus umgesetzt. Das bedeutet, so Röming, dass eine Station als Isolierstation ausgewiesen worden ist. Die Ärzte und Pfleger, die in den Bereichen mit Covid-19-Patienten arbeiten, sind ausschließlich dort tätig.

Das medizinische und pflegerische Personal ist nach dem Hygieneplan auf Grundlage der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) eingewiesen. In speziellen gemeinsamen Schulungen sind alle noch einmal mit den Präventions- und Schutzmaßnahmen vertraut gemacht worden. Dies wird auch laufend wiederholt und der aktuellen Erkenntnislage angepasst.

Sind das alle Veränderungen?

Dazu kommt noch die Arbeit im Krisenstab. Zweimal täglich schalten sich hier Vertreter der Klinikleitung, der Pflege sowie themenbezogen aus der zentralen Notaufnahme, der Intensivstation, der Anästhesie, der Pflege und der Unternehmenskommunikation zusammen, um Entwicklungen gemeinsam zu bewerten, um sich über Probleme auszutauschen und Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus finde mehrmals in der Woche ein Austausch mit benachbarten Kliniken aus Südniedersachsen und Nordhessen statt, berichtet Röming.

Sind von den Anforderungen des Infektionsschutzes nur Ärzte und Pflegepersonal betroffen?

Nein, als präventiv gilt in der Klinik auch in den patientenfernen Bereichen die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und das Abstandsgebot einzuhalten.

Mit welchen besonderen Anforderungen von Patientenseite sind Ärzte und Pflegepersonal konfrontiert?

Besondere Anforderungen stelle das generelle Besuchsverbot dar, sagt Röming. Es sei aber aus Gründen des Infektionsschutzes wichtig. Es bringe aber auch Herausforderungen mit sich, etwa bei dementen Patienten, die sich allein nicht orientieren können. Das müsse individuell mit den Angehörigen besprochen werden.

Gibt es auch Ausnahmen vom Besuchsverbot?

Ausnahmen vom Besuchsverbot sind in dringenden Einzelfällen möglich, etwa bei Patienten mit einem kritischen Krankheitsverlauf. Der nächste Angehörige darf dann mit Schutzkleidung und im Beisein einer Pflegekraft den Patienten besuchen. „Jeder kann sich vorstellen, wie wichtig der Kontakt zwischen Patienten und Angehörigen ist“, betont Röming. Gerade bei schwierigen Krankheitsverläufen seien Nähe und Trost essenziell für den Heilungsprozess. Die Klinik versuche zu helfen und den Kontakt aufrecht zu erhalten, indem zum Beispiel kostenlos Telefone ausgegeben oder einfach nur persönliche Grüße ausgerichtet werden.

Wie groß ist das Verständnis der Patienten für Schutzmaßnahmen wie das Besuchsverbot?

Der Großteil der Patienten und Angehörigen reagiert nach den Worten von Röming sehr verständnisvoll.

Fünf Corona-Fälle in der Klinik

Im Northeimer Helios-Krankenhaus werden zurzeit 5 Corona-Patienten und sechs Verdachtsfälle behandelt, davon keiner auf der Intensivstation. Die Klinik hat nach eigenen Angaben 15 Beatmungsplätze für Patienten mit Covid 19. In der Bad Gandersheimer Klinik, die von Helios speziell für Corona-Patienten mit einem leichten Krankheitsverlauf aus der Region hergerichtet worden ist, werden weitere 33 behandelt.

Alle aktuellen Infos zu Corona in Niedersachsen, gibt es in unserem News-Ticker.

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