Corona-Test im Wohnzimmer

Erste Schnelltests zur Eigenanwendung auf dem Markt

Die Corona-Schnelltests sind da: Apotheker Wolfram Schmidt, Inhaber der Apotheken-Kette Apo-NOM, präsentiert die ersten Kisten in seiner Apotheke an der Mühlenstraße in Northeim.
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Die Corona-Schnelltests sind da: Apotheker Wolfram Schmidt, Inhaber der Apotheken-Kette Apo-NOM, präsentiert die ersten Kisten in seiner Apotheke an der Mühlenstraße in Northeim.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat jetzt erste Sonderzulassungen für Corona-Schnelltests, die Laien selbst machen können, bekannt gegeben, die nun auch im Landkreis Northeim angeboten werden.

Northeim – „Die Nachfrage nach diesen Schnelltests, die jeder selbst zu Hause vornehmen kann, ist groß“, betont der Northeimer Apotheker und Inhaber der Aponom-Gruppe Wolfram Schmidt. Bislang könne er aber nur Großpackungen mit 20 Tests anbieten.

Schmidt geht davon aus, das Einzeltests spätestens ab der 11. Kalenderwoche dem Markt zur Verfügung gestellt werden. Diese Tests seien dann für deutlich unter 10 Euro zu erhalten, kündigt er an.

Auch in der Northeimer Grafenhof-Apotheke sind 20er-Packungen mit Corona-Tests für Laien zu 159,95 Euro zu erhalten. „Wir versuchen möglichst bald Einzeltests zu bekommen“, so Apothekerin Klara Kullmann. Sie betont, dass der Kauf der Schnelltests aber in jedem Fall mit einer umfassenden Beratung einhergehen muss, damit der Test auch richtig funktioniert.

Schwer ist die Anwendung nicht, denn hier muss nicht tief in der Nase wie bei den PCR-Tests mit einem Stäbchen der Abstrich entnommen werden, sondern je nach Hersteller reicht eine Probenentnahme vorn aus der Nase oder etwas Sputum (Spucke aus dem Rachenraum).

Diese Probe wird mit einer Pufferlösung gemischt. Anschließend werden ein paar Tropfen auf die Testkassette gegeben. Nach 15 Minuten liege das Ergebnis, ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest, vor, erklärt Dr. Malta Niederstadt von der Rosen-Apotheke in Nörten-Hardenberg den Ablauf.

Niederstadt verkauft bislang in seiner Apotheke Schnelltests, die nur von Fachpersonal vorgenommen werden können. Diese werden aktuell unter anderem an Zahnärzte, Kitas und Schulen abgegeben. Auch seine Mitarbeiter testet Niederstadt damit einmal in der Woche. Er bedauert, dass die Zulassung der anderen Laientests in Deutschland so lange hat auf sich warten lassen. In Österreich sei man da viel schneller gewesen.

Die Nachfrage nach den Laien-Schnelltests für zu Hause sei sehr groß, berichten die Apotheker, auch wenn ein negatives Ergebnis eine Infektion nie zu 100 Prozent ausschließen würde. Dennoch würde beispielsweise ein Schnelltest vor dem Besuch der Großeltern mehr Sicherheit bringen.

Doch nicht nur über Apotheken werden diese Schnelltests vertrieben. Auch die Drogeriemärkte „dm“ und Rossmann haben angekündigt, dass sie die Schnelltests ab der kommenden Woche im Angebot haben werden. Aldi will die Tests schon ab Samstag im Angebot haben.

Darüber hinaus bieten die Grafenhof-Apotheke und die Albert-Schweitzer-Apotheke auch Schnelltests an, die von geschulten Mitarbeitern vorgenommen werden.

Hier erhalten die Getesteten dann ein Zertifikat über das Testergebnis, das sie anschließend dann beispielsweise für Besuche in Alten- und Pflegeheimen oder bei anstehenden Reisen vorlegen können. (Rosemarie Gerhardy)

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