Keine Panik wegen Corona-Virus

Corona-Virus: Erste Auswirkungen treffen Northeim

Eine Frau hält einen Mundschutz vor ihrem Gesicht. Das Coronavirus hat sich bislang vor allem in China ausgebreitet. Dort gibt es schon jetzt Dutzende Todesopfer und Tausende Infizierte. Auch in Europa sind bestätigte Erkrankungen bekannt. 
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Zwar gibt es in Northeim bisher keinen Verdachtsfall des Corona-Virus, jedoch greift die Sorge vor dem Virus schon in die Geschehnisse ein.

Nach mehreren Verdachtsfällen in Göttingen und anderen Teilen Deutschlands sowie vier bestätigten Fällen reagiert Northeim auf die Gefahr einer Infektion.

Der Continental-Konzern verkündete, dass Geschäftsreisen von und nach China eingeschränkt werden. Nur in Ausnahmefällen und mit Genehmigung wären sie erlaubt. Pressesprecher Jochen Vennemann bestätigte der HNA, dass dies auch den Northeimer Standort von Contitech betrifft.

Amtsärztin: Auch in Northeim kann es zu Erkrankungen durch das Corona-Virus kommen 

Die Amtsärztin Dr. Regina Pabst, Leiterin der Gesundheitsdienste des Landkreises Northeim, sagte: „Im Zuge der Globalisierung ist es nicht auszuschließen, dass es früher oder später auch im Landkreis Northeim Menschen geben wird, die mit dem neuen Corona-Virus Kontakt haben und möglicherweise auch daran erkranken.“ Dies sei aber kein Grund zur Panik oder gar Überreaktion. Hygieneregeln sollten wie bei jeder Atemwegsinfektion eingehalten werden.

Vielmehr warnt Pabst vor der Grippe, von der derzeit ein höheres Risiko ausgehe als von dem Corona-Virus. Deswegen rät sie dazu, die Grippeimpfung nachzuholen.

Potenzielle Patienten würden isoliert werden 

Pressesprecherin der Helios Albert-Schweitzer-Klinik, Marina Dorsch, teilte mit, dass die Klinik den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts folge, welche wiederum auf den aktuellen Meldungen der World Health Organisation basieren.

Bei Verdachtsfällen werden nach ihren Worten alle Vorkehrungen getroffen, die Patienten zu isolieren und nach dem Stand des Wissens zu therapieren. Patienten mit einem entsprechenden Verdacht würden in einem dafür in der Zentralen Notaufnahme vorgesehenen Behandlungsraum isoliert aufgenommen. Später werden sie auch von den anderen Patienten isoliert behandelt.

Die DAK in Niedersachsen schaltet am Freitag, 31. Januar, eine Hotline für Kunden aller Krankenkassen unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841. Zur Aufklärung über mögliche Gefahren beantworten Ärzte und Fachleute zwischen 8 und 20 Uhr Fragen zu Risiken und Schutzmaßnahmen.

Berufsschule verschiebt Planung ihrer China-Fahrt

Die Berufsbildenden Schulen 1 Northeim (BBS 1) hat enge Beziehungen nach China. 2008 begann die erfolgreiche Partnerschaft mit der Region Anhui. In der Vergangenheit hat es schon einige Studienfahrten und gegenseitige Besuche gegeben. Auch für den Herbst diesen Jahres ist eine Studienfahrt nach Hefei, der Hauptstadt von Anhui, geplant. 

Anhui grenzt an die Region Hubei, in der die Stadt Wuhan liegt, wo die Krankheit vermutlich zuerst ausgebrochen ist. Von Wuhan ist man in nur fünf Stunden mit dem Auto in Hefei. Für chinesische Verhältnisse liegen die beiden Städte also sehr nah beieinander. 

Der stellvertretende Schulleiter, Peter Beushausen, sagte, dass die Schule am vergangenen Wochenende Kontakt zu den chinesischen Kollegen hatte – nicht explizit wegen des Corona-Virus, sondern um Grüße für das chinesische Neujahr zu senden. Die chinesischen Kollegen sagten, dass zu dem Zeitpunkt die Situation dort noch nicht so schlimm gewesen sei. 

Da es derzeit noch keine konkreten Angaben gibt, verschiebt die BBS 1 die Planung und etwaige Flugbuchungen für die Studienfahrt auf später. Beushausen sagte, dass die Schule vorerst abwarten will, wie sich die Infektionsrate entwickelt. Es bestünde auch Interesse einer chinesischen Delegation, die BBS 1 vor der geplanten Studienfahrt in Northeim zu besuchen. Im Moment warte man auch hierbei ab. 

Auch Partner-Region ist von Corona-Virus betroffen

Mittlerweile sind nach Informationen der Online-Community Dingxiangyua (DXY) 200 Erkrankungen in der Region Anhui durch das Corona-Virus bestätigt worden. Gestorben ist dort noch niemand. Nach Informationen der Webseite Global Monitoring wurde die Bevölkerung in zwei Städten in Anhui verpflichtet, Atemmasken zu tragen.

Von Sandra Böhm

Den ersten Coronavirus-Fall gibt es nun auch im Landkreis Göttingen in Niedersachsen. Ein Mann aus Osterode hat sich vermutlich im Urlaub mit dem Virus infiziert.

Inhaber von China-Restaurants in Kassel leiden seit Ausbruch des Coronavirus unter leeren Tischen und sinkenden Gästezahlen. 

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