Masken nicht in den gelben Sack

Coronakrise verstärkt Probleme bei Wertstoffsammlung

Eine Einwegmaske, Tomaten und ein Plüschteddybär werden über einen geöffneten Mülleimer mit einem gelben Sack gehalten.
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Gehören nicht in den gelben Sack: Corona-Gesichtsmasken, Nahrungsreste und Spielzeug landen immer öfter in der Wertstoffsammlung. Doch da haben sie nichts zu suchen.

Einmalhandschuhe, Gesichtsmasken, Hygienepapier und Taschentücher gehören nicht in den gelben Wertstoffsack.

Northeim/Uslar – Darauf hat jetzt das Entsorgungsunternehmen Mittelstädt aus Uslar aus aktuellem Anlass hingewiesen. Es ist im Landkreis Northeim für das Einsammeln der gelben Säcke und des Altglases zuständig.

Bereits seit anderthalb Jahren stelle ihr Unternehmen einen zunehmenden Missbrauch der gelben Säcke fest, sagt Geschäftsführerin Heike Mittelstädt. Aber durch die Corona-Krise sei dieser Trend noch verstärkt worden, und das habe dazu geführt, dass die Anzahl der eingesammelten Wertstoffsäcke um etwa 20 Prozent gestiegen sei.

„In der Regel finden wir in den gelben Säcken Hausmüll, Bauabfälle, Tupperdosen, Kinderspielzeug, Wasserrohre und Dämmstyropor, aber auch volle Verpackungen mit Lebensmitteln“, beschreibt Mittelstädt die Situation. „Und besonders gern werden auch Windeln im gelben Sack entsorgt.“

Heike Mittelstädt, Geschäftsführerin des gleichnamigen Entsorgungsunternehmens aus Uslar.

Durch die zunehmende Menge an sogenannten Störstoffen seien derzeit sogar schon die Vorräte an roten Aufklebern erschöpft, mit denen ihre Mitarbeiter falsch befüllte Säcke markieren, so Mittelstädt. Die Bürger könnten davon ausgehen, dass nur falsch gefüllte Säcke stehen gelassen werden. Und ein Anruf und eine Nachfrage beim Entsorgungsunternehmen ändere daran dann auch nichts

„Bei unserem Vorgehen handelt es sich nicht um Willkür“, betont Mittelstädt. „Wir sind vertraglich verpflichtet, für eine störungsstofffreie Erfassung der gelben Säcke zu sorgen.“

Mittelstädt appelliert an die Bürger, sich im Hinblick auf den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit verantwortungsbewusst zu zeigen und „mit den Ressourcen unseres Planeten sorgsam umzugehen“. Denn durch das falsche Befüllen der Säcke sei es nahezu unmöglich, die Wertstoffe wieder dem Rohstoffkreislauf zuzuführen, sodass die verunreinigten Materialien verbrannt werden müssten. Und das wiederum stärke dann das weitverbreitete Vorurteil, das Verpackungsmüll sowieso nur im Ofen lande.

Bürger sind oft nicht richtig informiert

Die Entsorgung von Verpackungsmüll sei im Verpackungsgesetz und nachgelagert in den Verträgen der Entsorgungsunternehmen mit dem dualen System geregelt, das die Entsorgung auch bezahle, erklärt Heike Mittelstädt, Geschäftsführerin des gleichnamigen Entsorgungsunternehmens aus Uslar. Sie betont, dass die kommunalen Abfallgebühren damit überhaupt nichts zu tun haben. Der Bürger zahle quasi beim Einkauf eines Produktes bereits die Entsorgung mit. Daher gehörten auch nur Verpackungen in den gelben Sack.

Missverständnis: Trotz des netten Zettels blieben diese gelben Säcke stehen, denn nicht alles, was aus Plastik ist, darf da hinein.

„Aufgrund der Bezahlsituation dürfen deshalb auch keine Haushaltsabfälle in den gelben Sack – selbst, wenn sie aus dem selben Material bestehen“, so Mittelstädt.

Aus ihrer Sicht ist nicht unbedingt Gleichgültigkeit, sondern mangelnde Kenntnis dieses Sachverhalts Hauptgrund für die Problematik. Dafür könne sie aus ihrem Arbeitsalltag unzählige Beispiele nennen.

Nur gebrauchte Verpackungen

In den Gelben Sack gehören ausschließlich gebrauchte und restentleerte Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind, sondern aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterial bestehen. Verpackungsbestandteile sollten nach Möglichkeit voneinander getrennt werden. Ausspülen ist nicht notwendig. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter mülltrennung-wirkt.de. Dort gibt es auch Trennhilfen in mehreren Sprachen. (Niko Mönkemeyer)

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