Kreatives in der Coronakrise - Zentrales Studio in Northeim: Kirche live im Internet

Angesichts der geschlossenen Kirchen wegen der Coronakrise gehen viele Gemeinden, Seelsorger und Diakone auch in Niedersachsen neue, digitale Wege.
Die Kirchen sind zu, die Jugendlichen seit den geschlossenen Schulen zuhause. Damit war auch klar, dass der Jugendgottesdienst an diesem Sonntag in Uslar ausfallen musste. Ein Zustand, den das Team um die Jugenddiakone Jan Mönnich und Julia Grote vom Kirchenkreis Leine-Solling so nicht hinnehmen wollte.
Am Freitag vor einer Woche entstand die Idee, trotzdem Gottesdienst zu feiern – allerdings nicht als Gemeinschaft vor Ort, sondern digital von zuhause aus. So, wie es die aktuellen Auflagen vorsehen.
Diese Idee ist mittlerweile zu einem großen Konzept geworden. „Wir übertragen nicht nur den Jugendgottesdienst, sondern rufen alle dazu auf, uns Videos zu schicken, wie sie den momentanen Alltag, sofern man ihn so nennen kann, erleben“, erklärt Jugenddiakon Jan Mönnich. Diese Videos sind dann nicht nur Teil des Jugendgottesdienstes, sondern eines mehrmals wöchentlich im Internet übertragenen Formats.

Für eben dieses Format, das den Namen „Kreuz auf Kugel-TV“ trägt, haben Florian Fröchtenicht, Julia Grote und Rosa Leuze ein kleines Fernsehstudio im Haus der Begegnung am Northeimer Kirchplatz 7 eingerichtet und diverse Testläufe unternommen.
Für das Team selbst ist das digitale Arbeiten an sich nichts Neues – unter anderem Diakonin Julia Grote ist durch ihre intensive Social-Media-Arbeit bei der Jugend bekannt.
„Die Absprachen im Vorfeld waren eigentlich das Schwierigste. Wir hatten Telefonkonferenzen und haben uns zahlreiche Whatsapp-Nachrichten geschrieben“, erklärt Florian Fröchtenicht. Trotz dieser schwierigen Umstände möchte man aber nicht darauf verzichten.
„Wir glauben, dass es für viele Jugendliche echt eine Herausforderung ist, jetzt so lange ohne direkten Kontakt mit den Freunden zuhause bei den Eltern zu sein“, sagt Rosa Leuze.
Das Ergebnis, nämlich die regelmäßigen Sendungen und den Jugendgottesdienst gibt es über die Videoplattform Youtube zu sehen. Hier können sich die Zuschauer im Livestream übrigens auch austauschen, Lieder wünschen, die auf Gitarre gespielt werden sollen oder einfach ihre Erfahrungen teilen.
„Auch in diesen schwierigen Zeiten wollen wir Menschen zusammenbringen“, betont Mönnich. Ein erstes Video gab es bereits als Ankündigung im Internet – vor dem offiziellen Start am Sonntag waren alle bereits etwas aufgeregt.
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Felix Rohde aus Niedersachsen infizierte sich mit Corona, während er als Skilehrer in Ischgl arbeitete - seitdem ist er in Quarantäne in einem Haus in Kappl. „Innerhalb von drei Tagen ist die Stimmung gekippt. Der erste Corona-Fall wurde bekannt – und dann ging alles super schnell“, erzählt der Skilehrer.