Schutzmaßnahme wegen des Coroanvirus

Ärzte im Landkreis Northeim appellieren: Nicht in die Praxis gehen

zje15.09.2018HNA GesundheitsforumDarmkrebsStadthalle NortheimWolfgang Boldt
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Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Ärztevereins

Zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion sollen chronisch kranke und ältere Menschen nur in unbedingt notwendigen Fällen in die Praxis kommen. 

  • Älteren und chronisch Kranken droht besondere Gefahr durch das Coronavirus
  • Ärzte in Northeim bitten gefährdete Menschen, ihren Besuch in der Praxis zu verschieben
  • Dadurch soll eine Coronavirus-Infektion verhindert werden

Northeim – Ältere Personen, die aufgrund chronischer Erkrankungen regelmäßig zu Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen gehen, werden gebeten, angesichts der Coronavirus-Epidemie, ihre Arztbesuche zu verschieben und nur in unbedingt notwendigen Fällen nach Rücksprache die Praxen aufzusuchen.

Mit dieser Bitte hat sich der Northeimer Ärzteverein jetzt an die Öffentlichkeit gewandt. 

Der Appell der Ärzteschaft richtet sich laut Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Ärztevereins Northeim, sowohl an Patienten, die unter, Lungenkrankheiten (Asthma, COPD), Diabetes und Herzerkrankungen leiden als auch an Personen mit Krebserkrankungen während einer Chemotherapie und Menschen mit Rheumaerkrankungen, die derzeit Medikamente nehmen müssen, die das Immunsystem beeinträchtigen.

Coronavirus in Northeim: Ansteckungsgefahr in Arztpraxen sehr groß 

„Die Gefahr, sich in einer Praxis anzustecken, ist groß“, sagt Allgemeinmediziner Per-Christian Knöpfel aus Hardegsen, der gestern zusammen mit anderen Experten aus der Region Northeim an einer Infoveranstaltung des Ärztevereins Northeim und des Gesundheitsamts teilgenommen hat. Er betont, dass die Coronavirus-Erkrankung bei gesunden jungen Menschen meist wie eine Erkältung ohne wesentliche Folgen verläuft.

„Bei älteren Menschen, die chronische Erkrankungen haben, sind die Verläufe jedoch meist schwerer und können unter Umständen auch einen tödlichen Verlauf nehmen.“

Nachdem bereits gestern in Göttingen ein Testzentrum in Betrieb genommen wurde, soll es in der kommenden Woche auch in Northeim eine entsprechende Einrichtung geben. „In diesen Zentren sollen ausschließlich Patienten getestet werden, die von ihren Hausärzten wegen eines Corona-Verdachts dort angemeldet wurden“, betont Boldt. 

Coronavirus in Northeim: Keine Schutzkleidung in Arztpraxen

Notwendig seien solche Zentren, da es in den meisten Praxen derzeit keine Schutzkleidung mehr für das Personal gebe und das Coronavirus extrem ansteckend sei.

Da die Übertragung der Krankheit nach gegenwärtigem Kenntnisstand hauptsächlich über Tröpfcheninfektion erfolge, seien Abstand halten, richtiges Händewaschen und das Einhalten der Hustenetikette derzeit das Gebot der Stunde. 

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