Profitiert von der Pandemie

Daniel Frank aus Hohnstedt hat ein elektronisches Chemikalienkataster entwickelt

Programmierer Daniel Frank
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Programmierer Daniel Frank kann seine Kunden von überall aus unterstützen, wenn sein Laptop eine gute Internetverbindung hat.

Gleich drei neue Großkunden konnte die Hohnstedter Software-Firma GoeChem im vergangenen Vierteljahr gewinnen.

Hohnstedt – Inhaber Daniel Frank (46) hat ein elektronisches Chemikalienkataster entwickelt, mit dem zum Beispiel die Universität Göttingen 800.000 verschiedene Stoffe verwaltet.

„Ich profitiere von der Pandemie“, sagt der Unternehmer, der an der Universität eine Dreiviertelstelle als Chemisch-Technischer Assistent hat und sich 2012 im Nebenerwerb selbstständig machte. „Die Büromitarbeiter, die sich bisher um Bestellungen und andere administrative Aufgaben der Chemikalienlager gekümmert haben, sind derzeit größtenteils im Homeoffice“, erklärt Frank.

Hochschulen und Unternehmen führen daher seine Software ein. Sie ermöglicht es den Beschäftigten, die mit den Substanzen umgehen, selbst diese Aufgaben zu übernehmen.

4000 Nutzer in Göttingen

Frank hat das Programm von 2004 an zunächst für seine Arbeitsgruppe an der Chemischen Fakultät geschrieben. Andere Arbeitsgruppen wurden darauf aufmerksam. 2016 führte die Hochschule Franks Kataster uniweit ein.

Die Zahl der Nutzer beläuft sich in Göttingen mittlerweile auf 4000 Personen – neben den Chemikern unter anderem auch Agrarwissenschaftler, Biologen und Geologen.

Im Laufe der Jahre erweiterte Frank die Software um zusätzliche Funktionen. So ist nun zum Beispiel zu den verschiedenen Stoffen hinterlegt, ob sie dem Betäubungsmittel- oder dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen – wichtige Informationen bei der Beschaffung, aber auch bei der Weitergabe an Dritte.

Nicht mit brandbeschleunigenden Stoffen lagern

Darüber hinaus gibt es Angaben zur Art der Lagerung. Manche Substanzen dürfen nicht zusammen mit brandbeschleunigenden Stoffen gelagert werden. Andere müssen in speziellen Schränken aufbewahrt werden, die im Falle eines Feuers den Flammen 90 Minuten lang standhalten.

„Für Firmenkunden habe ich die Software so erweitert, dass sich mit ihr auch die Arbeitszeit der Beschäftigten erfassen lässt“, führt Frank aus.

Der gebürtige Berliner betreut mittlerweile zwölf Universitäten und Unternehmen. Er kümmert sich um den technischen Support, löst auftretende Probleme – je nach Vertrag auch innerhalb einer Stunde. „An der Universität kann ich mich jederzeit ausstempeln und meine Kunden unterstützen“, sagt Daniel Frank.

Er entwickelt zudem sein Programm fortwährend weiter und versorgt die Kunden mit Updates. (Michael Caspar)

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