Immer mehr „Schrottspenden“

Das „Besondere Awo-Lädchen“ ist auf unbeschädigte Waren angewiesen - stattdessen gibt es viel Schrott

Eine Garage voll mit Dingen, die im Awo-Lädchen nicht verkauft werden können: Petra Vodo und Wolfgang Goldberg können sich über „Schrottspenden“ nicht freuen.
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Eine Garage voll mit Dingen, die im Awo-Lädchen nicht verkauft werden können: Petra Vodo und Wolfgang Goldberg können sich über „Schrottspenden“ nicht freuen.

Kaputte Kaffeemaschinen, von Mäusen angenagte Klamotten und zerbrochene Körbe – in den vergangenen Wochen häufen sich immer mehr solche „Schrottspenden“, die beim „Besonderen Awo-Lädchen“ einfach vor die Tür gestellt.

Northeim – „All dies möchten wir unseren sowieso schon hilfebedürftigen Kunden nicht anbieten, zumal es einer Herabwürdigung gleichkommt“, erklärt Awo-Mitglied Wolfgang Goldberg. Die Mitarbeiter des Ladens müssten dann die zum Teil unappetitlichen Dinge, aber auch Sachen, die aus anderen Gründen, zum Beispiel weil sie unmodisch und somit nicht verkäuflich sind, zunächst aussortieren und in einer Garage einlagern.

Von dort würden die Sachen von einem Mitarbeiter der Rumänienhilfe aus Osterode gesichtet, nochmals sortiert und entsorgt. Es sei wirklich unverständlich, was manche Menschen anderen noch zumuten wollten. Man habe das Gefühl, sie wollten auf einfache Weise ihren ausrangierten Müll loswerden. „Zum Teil gehen sie uns Mitarbeiter richtig an, wenn wir eine Annahme verweigern“, berichtet Mitarbeiterin Petra Vodo.

Awo-Lädchen in Northeim: Rund 30 Kunden besuchen im Schnitt täglich das Geschäft

Aber zum Glück gebe es auch viele Spender, die brauchbare Ware abgeben würden. Davon lebe das Awo-Lädchen. Diesen Spendern seien die Mitarbeiter und auch die Kunden sehr dankbar, so Goldberg. Spenden seien weiterhin erforderlich.

Rund 30 Kunden besuchen im Schnitt täglich das Geschäft am Northeimer Entenmarkt. Es ist Anlaufstelle für Menschen, denen es finanziell nicht ganz so gut geht. „Leider werden das immer mehr“, so Goldberg. Im Lädchen können sie für wenig Geld Damen-. Herren- und Kinderkleidung, Schuhe, Haushaltsgegenstände, Spielzeug und Bücher kaufen.

Die Spenden sollten nur in überschaubaren Mengen abgegeben werden, bittet Vodo, damit die Mitarbeiter auch Gelegenheit hätten, sie bei Abgabe durchzusehen. Wäsche sollte gewaschen, Spiele vollständig und Elektroartikel gereinigt und funktionsfähig sein. Wer größere Mengen spenden möchte, der sollte einen Abgabetermin vereinbaren.

Awo-Lädchen in Northeim: Vom 2. bis 9. August gibt es eine kurze Sommerpause

Vom 2. bis 9. August macht das Awo-Lädchen eine kurze Sommerpause. Ansonsten ist es dienstags bis samstags von 9 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Einkaufen kann hier jeder, besonders finanzschwache bekommen eine Kundenkarte und damit erhalten sie Rabatt auf die Ware.

Telefonisch ist das Lädchen zu den Öffnungszeiten unter 0 16 2/82 34 12 1 zu erreichen. Spenden sollten nur im Geschäft abgegeben und nicht außerhalb der Öffnungszeiten vor dem Geschäft abgestellt werden. (Rosemarie Gerhardy)

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