Malerarbeiten als Teil der Innenrenovierung laufen

Das Grau in Northeims Stadtkirche verschwindet

Viele Gerüste stehen in der Sixti-Kirche. Sie dienen nicht nur dem Innenanstrich der Seitenwände, sondern auch der Anbringung der neuen LED-Beleuchtung an den Säulen. Der Estrich auf der neuen Fußbodenheizung ist schon verlegt.
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Viele Gerüste stehen in der Northeimer Sixti-Kirche. Sie dienen nicht nur dem Innenanstrich der Seitenwände, sondern auch der Anbringung der neuen LED-Beleuchtung an den Säulen. Der Estrich auf der neuen Fußbodenheizung ist schon verlegt.

Die Innen-Sanierung der Northeimer St.-Sixti-Kirche läuft weiter auf Hochtouren.

Northeim - Nachdem die Fußbodenheizung verlegt und der darüber ausgebrachte Estrich getrocknet ist, haben Gerüstbauer und Maler Einzug gehalten: Bis Mitte März soll das noch von den alten Heizkörpern stammende Grau an den Außenwänden endlich verschwunden und einem sauberen Cremeweiß gewichen sein.

70 000 Euro lässt sich die Sixti-Gemeinde den Anstrich der über 14 Meter hohen Wände im Chor und dem Hauptschiff kosten und muss das, wie Dr. Christian Steigertahl vom Kirchenvorstand betont, komplett aus eigener Tasche finanzieren. Den Auftrag hatte die auf alte Gebäude spezialisierte Maler- und Restaurierungsfirma Alberding aus Bremke bei Göttingen bekommen, deren Geschäftsführer, Bernd und Dirk Alberding, auch als Restauratoren ausgebildet sind.

Den ursprünglichen Wunsch, die Kirche innen komplett neu zu bemalen, also auch das Deckengewölbe mit ihren Rippen und den bunten Schlussstein-Figuren habe man leider nicht realisieren können, sagt Steigertahl. Kostenschätzungen seien von rund einer Million Euro ausgegangen. „Dass können wir uns nicht leisten.“

Wenigstens die Wände sollten aber einen neuen Anstrich bekommen, fährt der Kirchenvorsteher fort. „Schließlich sind bei der Innenrenovierung 1,2 Millionen Euro in die neue Heizung geflossen, die aber niemand sieht. Da wollten wir den Kirchenbesuchern doch etwas fürs Auge bieten.“

Innenanstrich der Seitenwände von St. Sixti Northeim: Maler Daniel Weinert beim Bemalen der Seitenwand in Cremeweiß im Kirchenschiff.

Entschieden hat sich der Kirchenvorstand für ein Cremeweiß für die Wände, was nicht ganz so kalt wie schneeweiß wirke, und ein Sandstein-Beige für die Fenstergewände. An zwei Stellen, nämlich im Chorraum hinter dem Altar und an der Nordwand unter der Empore, sollen zudem zwei von Restauratorin Anja Stadler vor vier Jahren freigelegte Wandbemalungen aus dem Jahre 1844 in zwei Sichtfenstern im Weiß der übrigen Wände sichtbar bleiben.

Kirchenvorstand Dr. Christian Steigertahl mit einem freigelegten Fresko aus dem Jahre 1909 an der Seitenwand in der Sixti-Kirche Northeim. Der gelbe Ausschnitt soll erhalten bleiben.

„Falls sich die Verantwortlichen in ferner Zukunft mal wieder für eine andere Wandbemalung entscheiden sollte, kann die Farbe, die wir jetzt verstreichen, auch wieder rückstandslos entfernt werden“, betont Malermeister Dirk Alberding.

Während an den Wänden des Chorraums und im Kirchenschiff in teils schwindelerregender Höhe gerollt und gepinselt wird, errichteten Gerüstbauer jetzt auch Stahlgerüste entlang der Säulen im Kirchenschiff. Grund: Auf den Kapitellen der Säulen werden in Kürze die neuen LED-Leuchten installiert. Sie sind Teil des neuen Elektrik- und Lichtkonzepts für die Kirche und sollen sowohl die Gewölbe anstrahlen als auch den Kirchenraum nach unten hin erleuchten.

160 000 Euro bringen Gemeinde und Förderverein für die neue Elektrik in St. Sixti auf, das ist allerdings erst einmal nur die Hälfte der eigentlich nötigen Summe für die komplette Elektrik- und Licht-Erneuerung. Steigertahl: „Der Rest muss später kommen, wenn wieder Geld da ist.“

Sobald die Malerarbeiten Mitte März abgeschlossen sind, sollen laut Kirchenvorsteher auch die mittelalterlichen Glasfenster an der Nordseite der Kirche, die für 410 000 Euro restauriert wurden und sich noch in der Glaswerkstatt von Restauratorin Nicole Sterzing in Drei Gleichen in Thüringen befinden, wieder eingesetzt werden. Dazu sollen noch die Malergerüste genutzt werden, die dann am 9. April abgebaut werden sollen.

Maler und Restaurator Dirk Alberding zeigt die Wandmalerei hinter dem Altar in der Sixti-Kirche Northeim. Auch ein Teil davon soll sichtbar bleiben.

Dann ist teilweise auch schon der Einbau der Sandsteinplatten als Kirchenfußboden erfolgt, beginnend im Chorraum. Steigertahl: „Den Chorraum wollen wir schon für die Konfirmationen am 2. und 9. Mai nutzen.“

Die Wiederinbetriebnahme der gesamten Kirche sei für Ende Juni angepeilt. Im September würden dann aber noch die Glasfenster der Kirchensüdseite restauriert. Dann wird es noch einmal Gerüste in der Kirche geben.

(Axel Gödecke)

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