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Das Hobby zum Beruf gemacht: Zierfischhandel in Northeim

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Von: Marvin Hinrichsen

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Zehn Meter lange Aquarienreihen im Zierfischladen Aquanom in Northeim: Timo Messerschmidt (48) zeigt auf seine zutraulichen Kugelfische
Zehn Meter lange Aquarienreihen im Zierfischladen Aquanom in Northeim: Timo Messerschmidt (48) zeigt auf seine zutraulichen Kugelfische © (Marvin Hinrichsen)

Das Interesse für Fische wurde durch einen Ferienjob bei Timo Messerschmidt entfacht. So wurde aus einem Nebenjob in der Aquaristik auf einmal aus einem Großhandel ein Einzelhandel mit 800 Aquarien. Heute kommen Kunden aus ganz Deutschland, um Zierfische an der Von MenzelStraße 2, in Northeim zu kaufen.

Northeim – ,,Es fing mit 15 an, als ich in einem ehemaligen Zierfischgroßhandel gearbeitet habe“, erzählt der Unternehmer. Die Arbeit habe Spaß gemacht, aber teilweise hätten die Zoohändler die falschen Fragen gestellt. „Die Tiere wurden meiner Meinung nach zu leichtfertig verkauft.“, berichtet der Zierfischliebhaber.

Nach dem Abitur habe er angefangen, Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Doch schnell habe er gemerkt, dass die Aquaristik eine viel zu große Anziehungskraft auf ihn habe. „Auch, wenn das Hobby Höhen und Tiefen hatte, habe ich nie die Lust daran verloren“, schildert der 48-jährige Northeimer.

2009 habe er dann den Schritt gewagt und sich selbstständig gemacht – erst im Großhandel, der sich dann zum Einzelhandel weiter entwickelte.

Aktuell hat er vier Mitarbeiter, die sich mit ihm um die Pflege von 800 Aquarien und über 500 Fischarten sowie den Versand kümmern. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Fische vor Ort anzuschauen und zu kaufen. Möglich ist das mittwochs bis freitags jeweils von 12 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. Auf die Frage, aus welchen Ländern die Fische bezogen werden, antwortet er: „Aus der ganzen Welt. Von Südamerika bis Australien sei alles dabei.“

Doch bevor ein Tier überhaupt importiert werden könne, müsse ein Amtsveterinär aus dem Herkunftsland sein Okay geben. „Ich hole die Tiere selbst vom Frankfurter Flughafen ab, so kann ich sicherstellen, dass der Transport für die Tiere nicht unnötig stressig wird.“

„Das Tierwohl steht bei uns an erster Stelle“, sagt Messerschmidt. „Wir verkaufen auch mit Nein.“ Das bedeutet, nicht jedem Kunden wird auch ein Fisch verkauft. „Bevor ich unerfahrenen Kunden ein Tier in die Hand drücke, verlange ich meist eine Wasserprobe aus dessen Aquarium“, erklärt Messerschmidt. Ihm sei die persönliche Beratung wichtig. Nur so könne er feststellen, welches Tier am besten zu den Aquarium-Bedingungen des Kunden passe. „Ich glaube, der deutsche Aquarianer wählt sein Tier gern persönlich aus“, sagt der Unternehmer.

Auch im Programm des Zierfischhandels Aquanom: Der Kampffisch (Betta Plakat)
Auch im Programm des Zierfischhandels Aquanom: Der Kampffisch (Betta Plakat) © (Timo Messerschmidt)

Die Entwicklung der Aquaristik sieht er positiv. Denn ihm sei aufgefallen, dass auch die Kunden immer mehr darauf bedacht seien, dass es den Tieren gut gehe. Von Verboten für den Import von Zierfischen hält der Northeimer Händler nichts. „Davon würde lediglich der Schwarzmarkt profitieren.“ Dies würde wiederum dem Tierwohl schaden, da die Kontrollen durch einen Amtsveterinär wegfallen würde.

Für die Anschaffung von Haustieren gehe generell auch immer eine Verpflichtung des Halters gegenüber den Tieren einher, sagt er. (Marvin Hinrichsen)

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