Arbeit soll professioneller werden – Touristik wird mit einbezogen

Das Northeimer Stadtmarketing soll neu starten

Die Northeimer Innenstadt aus der Vogelperspektive von Westen her gesehen.
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Die Northeimer Innenstadt aus der Vogelperspektive von Westen her gesehen.

Northeim – Das Stadtmarketing soll sich neu aufstellen. Mit einer Online-Befragung der Northeimer Bürger, was sie sich vom Stadtmarketing erwarten, die am Dienstag freigeschaltet worden ist, hat ein rund halbjährlicher Planungs- und Umgestaltungsprozess begonnen.

Dabei sollen die Ziele und Aufgaben des Stadtmarketings neu definiert werden. Partner dieses Prozesses sind der Verein Stadtmarketing der Northeimer Tourismusverein und die Wirtschaftsförderung der Stadt.

Simon Hartmann

Das Lübecker Büro der Beratungsgesellschaft Cima begleitet den Prozess. Das kostet nach den Worten Bürgermeister Simon Hartmann 45 000 Euro, die zu je einem Drittel von der Stadt und den beiden Vereinen getragen werden.

Cima-Büroleiter Uwe Mantik

Eine der Fragen, die außerdem geklärt werden soll, ist ob es eine organisatorische Zusammenführung von Stadtmarketing und Tourismus geben soll. Diese Entwicklung sei aber nicht zwangsläufig, so betonte Cima-Büroleiter Uwe Mantik: „Es muss auch passen.“

Sein Unternehmen habe schon ähnliche Prozesse in anderen Städten begleitet, wo es am Ende sinnvoller gewesen sei, auf eine solche Zusammenlegung zu verzichten.

Doris Ohlmer, Vorsitzende des Northeimer Stadtmarketingvereins

Auch das Standortmarketing, also der Bereich Ansiedlung neuer Unternehmen und die Bestandspflege bereits in Northeim ansässiger Firmen, soll mit betrachtet werden. Es ist nach dem Verständnis der Cima ein wichtiger Bestandteil des Stadtmarketings. Dieser Aufgabenbereich ist bisher in der Stadtverwaltung bei der Wirtschaftsfördererin Christiane Unger, angesiedelt.

Um die finanzielle Basis des Stadtmarketings zu verbessern, soll außerdem weitere Akteure gefunden werden, die bereit sind, sich im Stadtmarketing zu engagieren – also auch Geld zu geben.

Touristik-Geschäftsführerin Helvi Ritter

Angesichts des begonnenen Prozesses herrscht nach den Worten von Doris Ohlmer, Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, und Helvi Ritter, Geschäftsführerin der Northeim Touristik, in beiden Vereinen Aufbruchstimmung. Man sei sich den Schwächen, die beseitigt werden müssten, bewusst. „Wir wissen, dass es besser gehen müsste“, sagte Ritter. Mit den vorhandenen personellen und organisatorischen Ressourcen sei das aber nicht möglich. Sie sei optimistisch, dass es mit guten Ideen gelinge, werde, neue finanzielle Unterstützer zu finden.

Stadtmarketing-Geschäftsführerin Tanja Bittner.

Angesichts der vielen Aufgaben, die vor dem Stadtmarketing liegen, sei es wichtig, sich professioneller aufzustellen, so Geschäftsführerin Tanja Bittner. Dabei nannte sie die Überwindung der Corona-Krise, die Digitalisierung, die Bekämpfung des Fachkräftemangels und die des Ladenleerstands.

Wirtschaftsförderin Unger sieht in dem nun beginnenden Prozess eine Chance dafür, dass in der Stadt wichtige Gruppen näher zusammenzurücken. „Die Northeimer identifizieren sich nicht mit ihrer Stadt“, hat sie als ein Manko ausgemacht.

Bürgermeister Hartmann wünscht sich, dass die Ergebnisse des bis Juli geplanten Prozesses, der sich infolge der Corona-Pandemie allerdings noch verschieben kann, zum Jahresanfang 2022 umgesetzt werden. Neben der Bürgerbefragung soll es vier Expertenrunden geben, in denen unter anderem Vertreter der Wirtschaft und der Kultur zu Wort kommen sollen. Nach einem Workshop sollen die Festlegung der Aufgaben und die Erarbeitung des Finanzierungs- und Personalkonzepts folgen.  (Olaf Weiss)

Bürgerbefragung

Wer an der Online-Bürgerbefragung zum Stadtmarketing teilnehmen möchte, kann das unter

befragung-northeim.de

tun. Unter den Teilnehmern werden 15 Northeimer Stadtgutscheine mit Wert von je 15 Euro verlost. (ows)

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