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Debatte um Patenschafts-Wappen auf Northeimer Ortseingangstafel

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Von: Axel Gödecke

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Entsprach nicht ganz dem Willen des Partnerschaftausschusses: Der Entwurf der neuen Ortseingangstafel, die auf die Städtepartnerschaften hinweisen soll. Grafik: stadt northeim/nh
Entsprach nicht ganz dem Willen des Partnerschaftausschusses: Der Entwurf der neue Ortseingangstafel, die auf die Städtepartnerschaften hinweisen soll. Grafik: stadt northeim/nh © Stadt Northeim

Die Northeimer Stadteingänge sollen neue Hinweistafeln auf die Partnerstädte Northeims erhalten.

Northeim - Dass die Jahrzehnte alten Tafeln erneuert werden sollen, ist schon länger klar, doch jetzt gab es Diskussionen im Ausschuss für Bildung, Kultur und Städtepartnerschaften über den aktuellen Entwurf. Diesen hat die Stadtverwaltung selbst erstellt und auch schon mit Vertretern der Partnerstädte abgestimmt.

Kritik am Entwurf brachte jetzt jedoch das Grüne Ratsmitglied Hans Harer vor. Der Grund: Der neue Entwurf zeigt neben den Wappen Northeims und der drei Partnerstädte Tourlaville/Cherbourg (Frankreich), Gallneukirchen (Österreich) und Prudnik (Polen) auch das Wappen, das die früher zu Oberschlesien gehörende Kreisstadt Neustadt (heute das polnische Prudnik) verwendet hat.

Das Neustadt-Wappen ist ein Hinweis auf die seit 1952 bestehende Patenschaft der Stadt Northeim mit der Bundesheimatgruppe Neustadt/OS, in der sich die Vertriebenen aus Neustadt organisiert hatten, und die sich seitdem regelmäßig in Northeim getroffen haben. Viele Vertriebene aus dem Raum Neustadt hatten nach dem Krieg auch im Raum Northeim eine neue Heimat gefunden.

Als dann 1990 auch aus dieser Vorgeschichte heraus eine offizielle Städtepartnerschaft mit dem polnischen Prudnik geschlossen wurde, war das damals deutschlandweit ein Novum, und zwar deshalb, weil erstmals eine polnische Stadt mit einer deutschen Stadt eine Partnerschaft einging, die gleichzeitig eine offizielle Patenschaft mit den ehemaligen deutschen Bewohnern, also den Vertriebenen dieser Stadt unterhält.

Sowohl die polnische Seite – damals sogar staatlich abgesegnet – als auch die Bundesheimatgruppe der Neustädter stimmte dem zu. Die Städtepartnerschaft mit dem polnischen Prudnik beziehungsweise die Patenschaft mit Neustadt/OS wurden seinerzeit auch auf neu aufgestellten Ortseingangstafeln verewigt.

Hans Harer, Ratsmitglied der Grünen in Northeim.
Hans Harer © Hubert Jelinek

Ratsmitglied Hans Harer (Grüne) betonte in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Städtepartnerschaften, dass die Patenschaft zwischen Northeim und Neustadt/Oberschlesien zwar historisch interessant sei, der Hinweis aber auf der neuen Tafel mit dem blauen Europaemblem nichts mehr zu suchen habe.

Enthüllung der Städtepartnerschaftstafel am Northeimer Ortseingang mit links Bürgermeister Wolfgang Tölle und rechtrs Ratsmitglied Werner Ellies sowie Vertretern aus Prudnik.Ratsmitglied (Grüne)
Enthüllung der Städtepartnerschaftstafel am Northeimer Ortseingang mit links Bürgermeister Wolfgang Tölle und rechtrs Ratsmitglied Werner Ellies sowie Vertretern aus Prudnik. © Axel Gödecke

Das sahen offenbar auch die anderen Ausschussmitglieder so, zumal dann, und das betonten einige Gremiumsmitglieder, mehr Platz für größere Schriften der Partnerstädte und den Hinweis auf die Europastadt auf dem Schild sei.

Der Ausschuss bat die Northeimer Stadtverwaltung das neue Ortseingangsschild noch einmal in diesem Sinne überarbeiten zu lassen und dann den neuen Entwurf noch einmal dem Gremium vorzulegen. (Axel Gödecke)

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