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Demnächst Corona-Impfungen im Landkreis Northeim nur in Hausarztpraxen?

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Von: Niko Mönkemeyer

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Booster stärker nachgefragt: Auslastung des caldeners Impfzentrums liegt bei 20 Prozent
Impfungen sollen im Landkreis Northeim aus Sicht der Hausärzte möglichst nur noch in Arztpraxen stattfinden. © Robert Michael/dpa

Impfungen gegen das Coronavirus sollen künftig ausschließlich in Hausarztpraxen stattfinden.

Northeim – Diese Forderung hat der Hausärzteverband bei seiner jüngsten Delegiertenversammlung in dieser Woche in Hannover erhoben.

Porträt christoph wolf
Christoph Wolf © Privat

„Wir müssen unbedingt aus den Fehlern der vergangenen zwei Jahre Lehren ziehen“, sagt Christoph Wolf, stellvertretender Vorsitzender des Hausärzteverbandes Niedersachsen, der in Volpriehausen eine Hausarztpraxis betreibt. Er nennt die nach den Herbstferien von der Politik vorangetriebene Kampagne für die Boosterimpfung als Beispiel.

„Da wurde am Montagabend bekannt gegeben, dass sich jeder boostern lassen kann, und die Hausarztpraxen haben gleich am Dienstag die Impfdosen bestellt“, blickt Wolf zurück. „Aber wir mussten dann erst noch 14 Tage auf die Lieferung warten und die Politik hat gefragt, warum impft ihr denn nicht?“

Nach Einschätzung Wolfs muss auch unbedingt das Hin und Her hinsichtlich der Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) verhindert werden, weil das zu großen Verunsicherungen in der Bevölkerung geführt habe.

„Es war doch nicht zielführend, dass wir Hausärzte kerngesunde 70-Jährige impfen durften, aber zum Beispiel 58-Jährige, für die wir eine Impfung für richtig gehalten hätten, nicht“, gibt Wolf zu bedenken. „Wer als erster eine Impfung bekommt, sollte der jeweilige Hausarzt entscheiden, weil der seine Patienten am besten kennt.“

Vor dem Hintergrund der vielen negativen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die Gesellschaft, zum Beispiel in den Schulen oder in der Wirtschaft, sei klar, dass man zu einer gewissen Normalität zurückkehren müsse, meint Wolf.

So wie in den vergangenen zwei Jahren könne man in Deutschland auf keinen Fall weitermachen. Klar sei aber auch, dassdie in der Gesellschaft weit verbreitete Auffassung, es könne jetzt nicht mehr viel passieren, absolut falsch sei. „Wir brauchen für die Covid-Impfungen ene ähnliche Logistik, wie sie bei der Grippe-Impfung längst Standard ist.“

Laut Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, befindet sich Deutschland nach zwei Jahren Corona-Pandemie hinsichtlich der Datenlage „noch immer im Blindflug“. Um Erkenntnisse über die Infektionslage und eine Beurteilung der Wirksamkeit von Maßnahmen zu gewinnen, seien entsprechende Studien dringend notwendig – ebenso wie eine Kampagne, die deutlich mache, dass „Impfen cool sei – die Impfverweigerung nicht!“ (Niko Mönkemeyer)

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