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Demo an der Kreis-Sparkasse in Northeim

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Von: Michael Caspar

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Die Filial-Schließungen der KSN treiben die Menschen auf die Straße: Katlenburg-Lindaus Bürgermeister Uwe Ahrens spricht zu den Demonstranten am Münster.
Die Filial-Schließungen der KSN treiben die Menschen auf die Straße: Katlenburg-Lindaus Bürgermeister Uwe Ahrens spricht zu den Demonstranten am Münster. © Michael Caspar

Gegen die Schließung von sieben Filialen der Kreis-Sparkasse Northeim (KSN) haben am Donnerstag 80 Bürger vor der Zentrale des Bankhauses Am Münster demonstriert.

Northeim – Als Hohn empfanden die Demonstranten, dass ausgerechnet ein Kreditinstitut, das mit dem Slogan „Nähe verbindet“ wirbt, sich aus der Fläche zurückzieht. Sie ärgerten sich über den mit Kreistagsmitgliedern besetzten Verwaltungsrat unter Vorsitz von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD), der den Beschluss ohne Rücksprache mit den betroffenen Kommunen, darunter Grundzentren, fasste. Das mache ihn „fassungslos“, erklärte Uslars Bürgermeister, Torsten Bauer (CDU), einer von vielen Kommunalpolitikern unter den Demonstranten. Ein „Nachspiel im Kreistag“ wurde angekündigt.

Als kommunales Kreditinstitut bekenne sich die Sparkasse in ihrer Satzung zum ländlichen Raum, erklärte Katlenburg-Lindaus Bürgermeister, Uwe Ahrens (parteilos). Die Dörfer und kleinen Städte kämpften um den Erhalt ihrer örtlichen Infrastruktur. Sie erhielten dafür sogar öffentliche Fördergelder. Vor diesem Hintergrund empfinde er die Filialschließungen als „Schlag ins Gesicht“, ergänzte Uslars Bürgermeister.

„Leidtragende der Entscheidung sind vor allem Menschen, die kein Auto besitzen und denen das Online-Banking fremd ist“, gab Alexander Vergas aus Volpriehausen zu bedenken. Wütend machte die Demonstranten die Argumentation der Sparkasse, wonach die Filialen und Selbstbedienungsgeräte in letzter Zeit zu wenig genutzt würden. Während der vergangenen zwei Jahre seien viele Menschen aufgrund der Pandemie bewusst nicht in ihre Filiale gegangen, erklärte Esther Graepler, Dorfmoderatorin aus Volpriehausen. Die Kreis-Sparkasse Northeim habe in den vergangenen Jahren von den Filialschließungen der Volksbank profitiert. Etliche Kunden seien gewechselt. Nun drohe wieder ein Wechsel – diesmal zu Direktbanken, die zwar auch nicht in der Fläche präsent seien, aber deutlich günstigere Konditionen bieten würden. (Michael Caspar)

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