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Demo gegen Schließung der Schlauchfertigung bei Continental in Northeim und Hann. Münden

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Von: Niko Mönkemeyer

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Demonstrationszug vor dem Northeimer Conti-Werk
Vom Contiwerk aus zogen die Demonstranten durch die Innenstadt zum Northeimer Markt. © Jelinek, Hubert

600 Beschäftigte gingen in Northeim auf die Straße

Northeim – Knapp 600 Beschäftigte von Continental haben gestern in der Northeimer Innenstadt gegen die geplante Schließung der Schlauchfertigung in Northeim und Hann. Münden demonstriert.

Zu der Demonstration hatte die Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IGBCE) alle Beschäftigten des Unternehmens in Südniedersachsen aufgerufen. Nachdem sich die Teilnehmer unter dem Motto „Conti: Jetzt gibt’s Contra“ vor dem Werkstor von Contitech in Northeim getroffen hatten, zog der Demonstrationszug durch die Northeimer Innenstadt zum Markt, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

„Conti ist Northeim und Northeim ist Conti“, brachte Northeims Bürgermeister Simon Hartmann die Bedeutung des Unternehmens für die Kreisstadt auf den Punkt. Die Ankündigung des Mutterkonzerns die Schlauchfertigung in Northeim einstellen zu wollen, sei ein schwerer Einschnitt für die Stadt. Er forderte das Management auf, die Schließungspläne aufzugeben.

Sowohl Gewerkschaftssekretär Dr. Mathias Heiden als auch der Betriebsratsvorsitzende des Northeimer Conti-Werks, Ingo Henne, betonten, dass es bereits seit vielen Jahren eine Betriebsvereinbarung zur Standortsicherung in Northeim gebe, wonach sich die Belegschaft bereit erklärt habe, 2,5 Stunden pro Woche mehr zu arbeiten, um genau das zu verhindern, was jetzt eingetreten sei. Dass das Management ein halbes Jahr vor Auslaufen dieser Vereinbarung Stellen streichen wolle, sei nicht hinnehmbar, so Henne.

Aus Sicht von Heiden muss angesichts der angekündigten Schließungen die Betriebsvereinbarung zur 40-Stunden-Woche gekündigt werden. „Wir fühlen uns verarscht“, nahm er kein Blatt vor den Mund.

Auch Marlene Seyfried vom DGB sagte den Mitarbeitern der Coni-Werke in Northeim und Hann. Münden Unterstützung zu. In der Corona-Krise Kurzarbeitergeld zu kassieren und jetzt 300 Stellen in Northeim und 350 Stellen in Hann. Münden zu streichen, sei nicht solidarisch.

„Kündigungen sind für die IGBCE eine rote Linie“, sagte Landesvorsitzender Nord, Ralf Becker. „Wer uns damit provoziert, wird entsprechende Reaktionen von uns bekommen.“ (Niko Mönkemeyer)

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