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Ein neues Geschäft in der Northeimer Innenstadt: „Nur den Mutigen gehört die Welt“

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Von: Kathrin Plikat

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Noch viel Arbeit kurz vor der Eröffnung: Susanne Römermann in ihrem neuen Bekleidungsgeschäft in der Northeimer Fußgängerzone.
Noch viel Arbeit kurz vor der Eröffnung: Susanne Römermann in ihrem neuen Bekleidungsgeschäft in der Northeimer Fußgängerzone. © Kathrin Plikat

Susanne Römermann hat ein Bekleidungsgeschäft in der Northeimer Fußgängerzone eröffnet.

Northeim – „Ich habe mich gefragt, wenn nicht jetzt, wann dann?“ Susanne Römermann steht einen Tag vor der Eröffnung ihres Geschäfts in der Northeimer Fußgängerzone noch vor einem riesigen Haufen Arbeit.

Ware wird ausgepackt und etikettiert, gerade erst sind die Maler raus, es muss noch geputzt, geräumt und viel organisiert werden. Das Telefon funktioniert trotz Zusage nicht, auch die Kasse und das Kartenlesegerät geben noch keinen Mucks von sich. Die 57-Jährige steht mitten im Chaos, doch sie freut sich über die Hilfe von Freunden, die überall im Geschäft herumwuseln, und ist guter Dinge: „Alles wird gut“, sagt sie. Und: „Nur den Mutigen gehört die Welt.“

Doch mal ehrlich: Was bewegt sie dazu, in einer Zeit mit Inflation, Krieg und Energiekrise mitten in der Fußgängerzone Northeims ein Bekleidungsgeschäft für Frauen zu eröffnen, während in der Nachbarschaft nach und nach immer mehr Geschäfte schließen?

„Es hat doch schon immer schlechte Zeiten gegeben. Wenn man immer nur wartet, bis es wieder besser wird, bleibt alles so, wie es ist“, sagt Römermann. Darum wage sie nun den Sprung ins kalte Wasser. Ganz neu ist die Selbstständigkeit für die 57-Jährige zwar nicht, doch aufgeregt ist sie, so kurz vor der Eröffnung, schon. Vor knapp 27 Jahren eröffnete sie schon mal ein Bekleidungsgeschäft am Rande der Northeimer Fußgängerzone. Nach einigen Jahren verließ sie aus persönlichen Gründen Northeim, um wieder für verschiedene Firmen im Außendienst zu arbeiten, lebte in Dortmund und Berlin.

Irgendwann kam sie zurück nach Northeim. Sie gründete eine Familie, zog ihren Sohn groß. Doch Hausfrau und Mutter, das war ihr zu wenig. Wann immer möglich, ging sie arbeiten, verkaufte Schmuck, Kleidung, arbeitete in einem Autohaus. „Also langweilig war mit nie“, sagt sie mit einem lauten Lachen. Und dann kam der Juni 2022, als sie quasi aus einer Weinlaune heraus den Entschluss fasste, sich noch einmal selbstständig zu machen.

In kürzester Zeit mietete sie ein Geschäft – direkt neben ihrem guten Freund Michael Heise, Inhaber von Juwelier Vollbrecht – beauftragte Handwerker, kaufte die Einrichtung, suchte nach dem Modestil, den sie in ihrem neuen Geschäft verkaufen wollte. Fündig wurde sie schließlich bei italienischen Herstellern. Den Stil umschreibt sie mit einem Augenzwinkern so: „Für handfeste und standfeste Frauen zwischen 40 und 60.“ Wobei sich auch Frauen angesprochen fühlen sollen, die große Größen tragen, sagt sie. Bis Größe 48 reiche das Sortiment, zum Teil auch darüber hinaus.

Auch dass sie die Neueröffnung eigentlich für den 1. Dezember geplant hatte und um eine Woche verschieben musste, weil sie wegen einer Corona-Infektion erst mal eine Zwangspause einlegen musste, hat ihr den Optimismus nicht genommen. „Ich bin davon überzeugt, dass sich viele Frauen über mein Geschäft in Northeim freuen werden“, sagt sie. (kat)

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