Zu viele Karpfen im Denkershäuser Teich bei Northeim

Ergebnisse der Gewässeruntersuchung liegen vor

Der Denkershäuser Teich zählt laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zu den wenigen natürlich entstandenen Stillgewässern Südniedersachsens.
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Der Denkershäuser Teich zählt laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zu den wenigen natürlich entstandenen Stillgewässern Südniedersachsens.

Der Denkershäuser Teich ist nicht verlandet, es gibt zu viele Karpfen und der Nährstoffeintrag ist sehr hoch: Das sind die wesentlichen Ergebnisse der „Machbarkeitsstudie Denkershäuser Teich“, die der neue Ortsbürgermeister Martin Jahn in der jüngsten Ortsratssitzung vorgestellt hat.

Denkershausen – Bereits seit 2016 gibt es eine Diskussion um den Zustand des rund fünf Hektar großen und zwei Meter tiefen Stillgewässers, das bereits seit 1948 unter Naturschutz steht. 2020 wurden dank verschiedener Förderungen (90 Prozent) ein vom Landkreis Northeim in Auftrag gegebenes Gutachten vom Büro für Ingenieurbiologie und Landschaftsplanung aus Witzenhausen angefertigt und die Ergebnisse in diesem Jahr vorgelegt.

Ein Vergleich von Luftaufnahmen zwischen 2005 und 2020 zeige, dass die Wasserfläche sich nicht verringert habe, berichtete Jahn aus der Studie. Der Denkershäuser Teich sei vor einer Verlandung erst mal sicher.

Sorgen mache dagegen der hohe Bestand an großen Karpfen, die im Teich leben. Viele seien rund 70 bis 90 Zentimeter lang. Das Problem: Die Karpfen gründeln und wirbeln die Sedimente auf, außerdem fressen sie die Pflanzen an, was beides schlecht für das Pflanzenwachstum im See sei, erklärte Jahn. Und obwohl der Karpfen auch Wappenfisch des Dorfes sei, müsse man hier etwas gegensteuern. Unter Aufsicht sollen perspektivisch Karpfen eventuell von einem Angelverein entnommen werden, um mit dieser Maßnahme die Wasserqualität wieder zu erhöhen.

Ein weiteres Problem sei, dass die Zuflüsse, davon insbesondere die Düne, der Graben am Sportplatz und der Mühlengraben, sehr stark mit Nährstoffen belastet seien, was Probenentnahmen ergeben hätten. Die Ursache dafür sei aber noch unklar. Die Stadtwerke seien mit eingebunden, um das Leitungsnetz auf Fehleinleitungen zu überprüfen.

Auch in diesem Sommer seien deshalb weitere Proben entnommen worden, die Ergebnisse werden laut Jahn Anfang des kommenden Jahres erwartet. Von den Ergebnissen hingen dann auch eventuelle weitere Maßnahmen ab. So sei unter anderem angedacht, ein Nährstoffrückhaltebecken beim Mühlengraben zu bauen, falls keine andere Ursache festgestellt werden könne.

Noch weitere Ideen wurden laut Jahn entwickelt: So solle eine Pegelmessstation installiert werden, um die Wasserstände zu kontrollieren. Vorstellbar sei auch der Bau eines Wehrs, damit die umliegenden Wiesen nicht trockenfallen. Überlegt werde auch, den Denkershäuser Teich als Naturschutzgebiet erlebbar zu machen. Vorgeschlagen wurde in der Studie, einen 1,5 Meter breiten Steg mit einer Aussichtsplattform mit rund 30 Quadratmetern zu installieren. Die Kosten dafür werden mit 30 000 Euro veranschlagt.

Ortsbürgermeister Jahn betonte aber in der Ortsratssitzung, dass die Maßnahmen zur Erhaltung des Sees Vorrang vor einer Aussichtsplattform hätten. (Von Rosemarie Gerhardy)

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